Gärtnern mit Kindern – Pflanzen vorziehen

Am 1. März ist bekanntlich der meteorologische Frühlingsanfang und da wird es so langsam Zeit, an die zukünftigen Garten- oder Balkonpflanzen zu denken. Weil das Gärtnern mit Kindern ein Riesenspaß ist, bekommt ihr hier von uns eine Serie in mehreren Etappen mit Tipps und Erfahrungen dazu.

Da wird es Infos vom Vorziehen bis hin zur Ernte geben. In diesem Beitrag fangen wir mit dem Thema Vorziehen an.

Was ihr auf dieser Seite findet:

Warum und ab wann vorziehen?

Endlich Frühling! Endlich raus ins Grüne! Das Gärtnern mit Kindern beginnt spätestens im März. Die Temperaturen steigen zwar, aber viele Pflanzen dürfen bei niedrigen Temperaturen noch nicht ins Freie gepflanzt oder gesät werden.

Denn viele Samen keimen nur, wenn es konstant warm ist. Erst nach den Eisheiligen im Mai bzw. nach dem letzten Frost können sie nach draußen auf den Balkon oder in den Garten.

Termine Eisheilige:

Donnerstag, 11. bis Montag, 15. Mai 2023
Samstag, 11. bis Mittwoch, 15. Mai 2024
Sonntag, 11. bis Donnerstag, 15. Mai 2025
Montag, 11. bis Freitag, 15. Mai 2026

Extra Bild Gartenarbeit mit Kinderen 2„Vorziehen“ heißt also nichts anderes, als einen warmen Platz am Fenster im Haus suchen (nicht im Schlafzimmer!) oder ein Minigewächshaus kaufen und dann Pflanztöpfe aufstellen, Samen in die Erde geben und immer wieder gießen. Dann warten, bis die Pflanze groß genug ist, um raus ins Beet gepflanzt zu werden.

Können Kinder bei diesen Arbeiten helfen? Ja, selbstverständlich! Denn stolz werden genau diese Pflanzen liebevoll versorgt, die man schon im Frühjahr ganz alleine auf der Fensterbank vorgezogen hat.

Und das Säen der Samen hilft Kindern dabei, zu verstehen, wie unsere Lebensmittel entstehen – neben Spaß beim Säen und Hegen und Pflegen der Pflänzchen hat das Gärtnern mit Kindern also auch einen pädagogischen Wert.

Geeignete Pflanzen zum Vorziehen

Die Auswahl von Pflanzen, die vorgezogen werden, ist sehr groß, und meist sind es Gemüsesorten. Darüber hinaus ist es auch wichtig wo am Ende die Pflanzen platziert werden. Balkon oder Garten?

Tomaten und Kapuzinerkresse könnt ihr, wenn sie groß genug sind, wunderbar auf dem Balkon in einem Topf weiterwachsen lassen. Zucchini brauchen, wenn sie auf dem Balkon gedeihen sollen, einen sehr großen Topf, belohnen euch aber, wenn ihr alles richtig macht, mit einer reichen Ernte.

Gurken lieben einen sonnigen, luftigen und geschützten Standort, sind aber leider nicht so geeignet für den Balkon. Kräuter wie Salbei, Basilikum, Thymian lassen sich ebenfalls sehr gut auf der Fensterbank vorziehen und dann auf dem Balkon in kleine Töpfe versetzen, Pfefferminze und Lavendel ebenso.

Bei manchen Gemüsesorten ist das Vorziehen nicht sinnvoll, sie gedeihen besser im Beet. Dazu zählen Möhren, Rote Bete und Radieschen.

Bohnen und Erbsen wachsen so rasant, dass das Vorziehen keine Vorteile bietet. Für solche Gemüsesorten empfiehlt sich eine Aussaat direkt ins Freiland.

Gemüse und KräuterExtra Bild Gartenarbeit mit Kinderen 1

Alle Gemüse und Kräuter aufzuzählen, die man vorziehen muss, würde hier den Rahmen sprengen. Wir haben deshalb unsere Favoriten genommen.

Wichtig! Da man sich ständig um das Vorziehen oder Nachsäen und Ansäen im Freiland kümmern muss, ist es besser, weniger anzusäen, aber kontinuierlich und dafür zum richtigen Zeitpunkt.

  • Kürbis
  • Zucchini
  • Gurke
  • Tomate
  • Paprika
  • Peperoni
  • Aubergine
  • Echter Salbei
  • Thymian
  • Pfefferminze
  • Chilli

Blumen

Bei der Wahl der Blumen sollte man darauf achten, einheimische Blumen zu nehmen, die nützlich für unsere Wildbienen sind. In unserem Beitrag „Hummeln – Wildbienen im Pelzmantel“ bekommt ihr einen Einblick, auf welche Blumen das zutrifft. Unsere Favoriten sind:

  • Herbstastern
  • Cosmee
  • Kapuzinerkresse
  • Löwenmaul
  • Orchideen-Dahlien
  • Sonnenblumen

Das braucht man alles zum Gärtnern mit Kindern

Zum Vorziehen auf der Fensterbank könnt ihr verschiedene Gefäße nutzen. Ideal ist dabei ein kleines Zimmergewächshaus mit entsprechender Haube, das genau auf die Fensterbank passt. Eurem Einfallsreichtum, was hier wachsen soll, sind keine Grenzen gesetzt.

Mit transparenten Plastikdeckeln oder Klarsichtfolie könnt ihr aus folgendes Sachen sogar selbst ein kleines Gewächshaus bauen.

  • Anzuchtschalen
  • Joghurtbecher
  • Toilettenpapierrollen
  • Eierkartons
  • Eierschalen
  • Milchkartons
  • torffreie Kokosquelltöpfe

Neben den Aussaatgefäßen ist das Substrat für den Erfolg ausschlaggebend. Bevorzugt sollte hier frische Anzuchterde verwendet werden. Diese ist sterilisiert und enthält keine Pilzsporen und sonstige Krankheitserreger, ebenso kaum Nährstoffe.

Dieser Umstand kommt den Keimlingen bei ihrer weiteren Entwicklung zugute. Die zarten Wurzeln werden dabei angeregt, auf Nährstoffsuche zu gehen. Das sorgt für ein gutes Wachstum und Verzweigung der Wurzeln.

Großartig sind auch Kokosquelltabletten. Die sehen zwar unscheinbar aus, haben es aber in sich. Denn sie liefern alles, von denen ein Saatkorn nur so träumt. Perfekt: Klein, handlich, nachhaltig und komplett frei von Torf, was super für die Umwelt ist.

Einfach Tablette mit Wasser übergießen. Sie quillt sofort auf und schon kann die Aussaat beginnen: 2–3 Saatkörner einsäen und abwarten. Wenn die Pflanze einige Zentimeter groß ist, kann sie samt Kokos in einen größeren Topf umziehen.

Wir ziehen immer in kleinen Anzuchtschalen an und wenn die Pflanzen ein paar Zentimeter groß sind, pflanzen wir sie erst in Anzuchttöpfe aus Naturmaterialien um. Das hat den Vorteil, dass der gesamte Topf ins Beet gepflanzt werden kann. Er zersetzt sich mit der Zeit, hält aber zunächst die zarten Wurzeln zusammen.

So funktioniert es

Extra Bild Gartenarbeit mit KinderenDas Wichtigste für das Wachsen der Pflanzen ist Licht. Deshalb sollte man mit dem Vorziehen warten, bis dieTage wieder etwas länger werden und die Sonne länger scheint. Ist es zu dunkel, schießen die Keimlinge bei der Suche nach Licht nach oben und knicken um.

Neben Licht braucht es zum Vorziehen von Pflanzen auch Wasser. Deshalb sollte die Erde immer angefeuchtet sein.

Aber Vorsicht: Sie darf auch nicht zu nass sein, weil Erde und Keimlinge zum Schimmeln neigen. Daher bietet es sich an, die Erde mit Wasser zu besprühen, statt z.B. eine Gießkanne zu nutzen. So lassen sich die Keimlinge dezenter bewässern.

Ablauf

  1. Auswahl des Behälters.
  2. Erde einfüllen.
    • Ungefähr bis zu einem Zentimeter unter dem Rand befüllen.
  3. Samen säen.
    • Mit einem Holzstab Löcher in die Erde bohren und jeweils ein Samenkorn hineinlegen. Die Saat-Tiefe sollte 10-mal tiefer sein, als der Korn-Durchmesser! Zum Beispiel: Das Korn hat einen Durchmesser von 3 mm, somit legt ihr es 30 mm, sprich 3 cm tief ab.
    • Manche Samen benötigen sehr viel Platz, andere weniger.
    • Wer sich das Pikieren, also das Vereinzeln, der Jungpflanzen ersparen will, setzt pro Pflanzmulde nur ein Saatkorn beziehungsweise hält ausreichend Abstand ein.
    • Auf Packungsbeschreibung achten.
  4. Erde anfeuchten.
    • Da die Erde nicht zu nass sein darf, am bestem mit einer Sprühflasche alles vorsichtig befeuchten.
    • Nun die Samen mit einer feinen Schicht Erde bedecken (außer es sind Lichtkeimer!).
    • Bedecktsamer müssen leicht mit Erde abgedeckt werden, damit sie keimen, Lichtkeimer brauchen Helligkeit zum Aufgehen.
  5. Geeigneten Ort zum Aufstellen wählen.
    • Ort sollte hell, nicht zu warm und vor Zugluft geschützt sein.
    • Zum Keimen benötigt die Saat Temperaturen um die 25 Grad.
    • Damit die Keimlinge immer schön warmgehalten werden, könnt ihr die Töpfchen mit Klarsichtfolie oder durchsichtigen Deckeln (Joghurt-Plastikdeckel upcyclen) abdecken und mindestens einmal pro Tag „lüften“.Gärtnern mit Kindern
    • Sobald die Keimlinge gesprossen sind, die Abdeckung entfernen. So haben die jungen Pflanzen optimale Bedingungen und die Gefahr von Schimmelbildung sinkt.
  6. Täglich mit der Sprühflasche besprühen und die Erde immer leicht feucht halten!
  7. Wenn eure Pflanzen im Gewächshaus oder in den Anzuchtschalen groß genug sind, könnt ihr sie pikieren (wenn nötig) und sie dann in kleinere Töpfe umziehen.
    • Dazu bohrt ihr mit einem Löffel neben der Pflanze in die Erde (vorsichtig, nicht die Wurzeln beschädigen), hebt sie mit genügend Erde drumherum heraus und setzt den kleinen Pflanzballen in einen größeren Topf, der bereits mit Erde gefüllt ist. Hier bohrt ihr wieder ein Loch, setzt die Wurzeln vorsichtig hinein und drückt die Erde darum herum fest.

TIPP: Wir legen unsere Samen für 30 Minuten in ein heißes Wasserbad bei 50 °C (bitte nicht heißer!). Denn das schützt die Samen vor Pilzkrankheiten! Danach lassen wir unsere Samen im Glas vorkeimen.Gärtnern mit Kindern

Zusammenfassung

Hier nochmal zusammengefasst, was ihr alles für das Gärtnern mit Kindern braucht:

  • Gefäß zum Anziehen
  • Saatgut Gärtnern mit Kindern
  • Anzuchterde
  • eventuell eine Abdeckhaube, oder durchsichtige Folie
  • eine Sprühflasche mit Wasser
  • helfende Hände
  • ein Fensterbrett oder einen Tisch am Fenster

Vor dem Auspflanzen in den Garten oder dem Balkon

Vorgezogene Gemüsepflanzen dürfen nicht von jetzt auf gleich ins Freie gesetzt werden. Durch die gut geschützte Umgebung, die die Keimlinge bisher gewöhnt waren, sind sie empfindlich und würden durch die plötzliche Veränderung Schaden nehmen: Wind, Sonne, eineExtra Bild Gartenarbeit mit Kinderen 3 andere Erde und heftige Temperaturwechsel von Tag auf Nacht können zu einem Wachstumsschock und sogar zum Eingehen der Pflanze führen.

Gewöhnt eure Pflänzchen also langsam an draußen. An warmen Tagen könnt ihr sie für ein paar Stunden auf den Balkon setzen, jedoch nicht gleich an einen sonnigen Platz. Nach und nach könnt ihr diese Zeit verlängern und die Pflanzen auch mal für kurze Zeit in die Sonne stellen. Gärtnern mit Kindern

Ist kein Frost mehr zu befürchten, können die Pflänzchen dann auch über Nacht draußen bleiben – evtl. geschützt durch eine Schutzhaube und wärmedämmendem Material unter den Töpfen.

Fehler beim Gemüse Ansäen

Eigentlich sollte nun das Gärtnern mit Kindern erfolgreich sein! Sollten eure Pflänzchen doch nicht wachsen, kann es sein, dass ihr folgende Fehler gemacht habt:

  • Standort der Behälter ist zu dunkel
  • zu früh oder zu spät ausgesät
  • die falsche Erde verwendet
  • zu viel gegossen
  • zu eng gesät Gärtnern mit Kindern
  • zu früh nach draußen gepflanzt

Noch ein paar Tipps zum Gärtnern mit Kindern

Kräuter für das Gärtnern mit Kindern

Kräuter gedeihen unkompliziert und relativ rasch auf jeder Fensterbank. Jede Mahlzeit wird zum kleinen Fest, wenn die Kinder stolz die selbstgezogenen und selbstgeernteten duftenden Blättchen darüberstreuen, und sie werden nie wieder darauf verzichten wollen. Zur absoluten Grundausstattung gehören Schnittlauch, Basilikum und Petersilie.

Extra Bild Gartenarbeit mit Kinderen 4

Essbare Blüten für Kinder

Es ist immer wieder erstaunlich, wie gern Kinder zum Grünzeug greifen, wenn es optisch ansprechend serviert wird. Einen großen Beitrag dazu können essbare Blüten leisten. Die meisten sehen nicht nur hübsch aus, sondern schmecken auch richtig gut.

Kapuzinerkresse, Veilchen, Gänseblümchen, Vogelmiere, Malve, Borretsch und Leinblüte sind nur einige Beispiele für die bunte Vielfalt auf dem Teller.

Kresse säen

Kresse säen macht Spaß und die Ernte schmeckt super auf dem Butterbrot, im Rührei oder im Salat. Dazu legt ihr eine dünne Lage Watte auf einen kleinen Teller oder eine Untertasse und haltet diese feucht. Nun einfach die Kressesamen auf die feuchte Watte streuen, und schon kann es losgehen. Kresse zählt zu den am schnellsten keimenden Samen, so könnt ihr euch schon nach wenigen Tagen über eine Ernte freuen.

Aussaatkalender

Eine gute Hilfe ist auch ein sogenannter Aussaatkalender. Da gibt es einige kostenfreie Exemplare im Netz. Einen wirklich guten zum Herunterladen haben wir bei www.gartenhaus-gmbh.de gefunden. Hier könnt ihr ihn euch herunterladen.

Extra Bild Gartenarbeit mit Kindern

Viel Spaß beim Gärtnern mit Kindern!

(29.02.2024/MP)

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