13. Juni Tag des Gartens 2021

Habt ihr es gewusst? Immer am zweiten Sonntag im Juni ist Tag des Gartens. Der geht übrigens auf eine Initiative des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde zurück und er soll uns die Bedeutung des Kleingartens ins Bewusstsein rufen. Doch dort ist er – so wie es aussieht – längst angekommen. Denn zumindest im Umfeld großer Städte sind Kleingärten extrem beliebt. Immer mehr junge Leute begeistern sich für die kleinen Parzellen. 45 Prozent der neu verpachteten Schollen gingen in den letzten fünf Jahren an Familien mit Kindern. Selbst Studenten-WG-Gärten sind heute keine Seltenheit.

Erde unter den Fingernägeln und Dreck an den Stiefeln – einfach geil

Doch jetzt zu mir und meinem ganz eigenen Garten-Gefühl. Oh ja, die Bedeutung des eigenen Kleingärtchens ist mir vor allem in der Corona-Krise sehr bewusst geworden. Ich habe in den letzten anderthalb Jahren viel mehr Zeit in meinem Garten verbracht als sonst. Klar, in der Vor-Covid-19-Zeit erschien mir anderes wichtiger – doch seit der Ausgang in die Zivilisation etwas erschwert wurde, habe ich meinen Garten lieben gelernt. Ich schätze ihn heute als grüne Wohlfühloase, in der ich mir ein laues Lüftchen um die Nase wehen lassen kann und sich ratzfatz das Gefühl von Freiheit und Selbstbestimmung einstellt.

Naja, meine Selbstbestimmung kommt an ihre Grenzen, wenn ich sehe, dass Disteln, Brennnesseln und Löwenzähne ebenfalls auf ihre freie Entfaltung beharren. Und auch die von mir gezielt angelegten Pflanzen tun nicht immer das, was mein Gärtnerherz begehrt. Sehen eure Radieschen, Tomaten, Zucchini oder Blumen eigentlich immer genau so prall, groß und frisch aus wie auf den Samenpäckchen abgebildet? Wenn ja, wie macht ihr das? Ich bin da für jeden Tipp dankbar. Aber lecker scheinen meine Erzeugnisse durchaus zu sein, denn die vielen (ungebetenen) Gäste, die ich mit meinen Radieschen, Topinamburen (jaha, das ist der korrekte Plural von Topinambur, ich habe nachgeschlagen) oder Salatköpfen so bewirte, können ja nicht ganz so falsch liegen.

Beliebt und alles andere als spießig

Im Gegensatz zu meinem Nachbarn (der perfekte Rasenkanten und eine akkurat geschorene, moosfreie Graslandschaft sein Eigen nennt) freue ich mich immer, wenn ich einen Maulwurfshügel sehe, denn ich mag diese kleinen, schwarzen Gänge-Buddler. Schließlich verrichten die ja ebenso ihre unterirdische Gartenarbeit wie es die Regenwürmer in meinem Komposthaufen tun.

Ich habe dem Englischen Rasen „Ade“ gesagt und schwungvoll die bunte Blumenwiesen-Samenmischung ausgesät. Und ich kann euch sagen: Die funktioniert perfekt. Das sieht richtig toll aus. Echt was fürs Herz, so kunterbunt und lustig. Und vor allem tummeln sich viele summsige Bienen, Schmetterlinge und Pummel-Hummeln mit weißen Popos darin, dass es eine wahre Freude ist ihnen zuzuschauen. Die Insekten, die nicht gezielt wegen meiner Blumenwiese kommen, habe ich mit einem Insektenhotel zum Bleiben animiert. Unglaublich, was da so los ist.

Und auch die gefiederten Freunde sind bei mir im Regenwurm-Paradies superhappy. Nach dem Bürsten meiner zwei Sofatiger platziere ich die ausgebürsteten flauschigen Fellknüddel draußen auf dem Gras. Und zack, kommen die Vögel angeflattert und schnappen sich die Flusen als kuschelweiches Polster für ihr Nest. Dass es im Nest dann nach Katze riecht, scheint die Flattermänner nicht zu stören.
Apropos Vogelnest: Ich habe ein Hausrotschwanz-Mädchen doch tatsächlich dabei ertappt, wie es mit einem Zweiglein im Schnabel durch die Terrassentür ins Haus geflogen kam und versuchte, in meinem Regal ein Nest zu bauen. Es brauchte vier verschiedene Nistkästen (bei jedem weist die Einflugöffnung in eine andere Himmelsrichtung) bis ich die rotschwänzige Lady zum Umsiedeln bewegen konnte.
Mein neu aufgestelltes Vogelbad wird gern genutzt und ich wage zu behaupten, dass die Zwitscherchen das aus purem Spaß an der Freud nutzen, denn das Wasser ist auch nach einem Bad kein bisschen dreckig – so nötig können sie es also nicht gehabt haben. Sind wohl keine Dreckspatzen bei mir am Werk.

Ihr seht, ich tendiere mehr und mehr dazu, anderen meinen Garten als Spielfläche zu überlassen, als selbst gezielt für akkurate Ordnung zu sorgen. Es hat einige Zeit gedauert, bis ich begriffen habe, dass der Garten wild und natürlich am schönsten ist und ich von meiner Hängematte aus ein wunderbares Bühnenprogramm von Flora und Fauna genießen kann. Und während des Genießens feiere ich nahezu täglich den Tag des Gartens und nippe an meinem eiskalten Minze-Getränk – denn die Minze ist das Einzige, was mir die Schnecken noch nicht weggeschmatzt haben.

Seid ihr auch Natur- und Garten-Fans? Dann könnt ihr euch ab August auf tolle Neuheiten im ALS-Programm freuen. Ich will noch nicht zu viel verraten, aber es werden zauberhafte Sachen für Hobby-Gärtner, Tier- und Pflanzenliebhaber dabei sein.

(DD)

 

2 Kommentare

  1. A. und J. Kreis sagt:

    Toll geschrieben – großartiger Text! Fachkenntnis und/oder Recherche SPITZE!

    1. Diana sagt:

      Oh, danke für das Kompliment *rotwerd*. Darüber freue ich mich sehr.💛

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