Bio-Pilze zum Selbstzüchten

Ich mache für euch den Praxis-Test / Teil 2

Ich hatte ja versprochen, dass ich euch über die Fortschritte meines Projekts „Bio-Pilze zum Selbstzüchten“ auf dem Laufenden halte. Und dieses Versprechen will ich natürlich in jedem Fall einlösen.

Was bisher geschah

Mit dem Pilzzucht-Set für Bio-Champignons erhielt ich image001Pilzsubstrat, Deckerde und eine mit Belüftungslöchern versehene Abdeckfolie. Dazu noch eine 16-seitige Broschüre, die neben der nötigen Anleitung auch noch Zusatzwissen vermittelt und Spaßinfos liefert.

Der Anleitung exakt folgend habe ich den Umkarton – in dem alle Bestandteile des Sets geliefert wurden – in eine Pilzzucht-Kiste verwandelt. Das Ganze ging schnell und sauber über die Bühne. Das Versprechen, dass auch Kinder hier problemlos als Pilzzüchter aktiv werden können, wird damit aus meiner Sicht schon einmal zu hundert Prozent eingelöst.

Bio-Pilze zum Selbstzüchten heißt Abwarten und Tee trinken

Das empfohlene warme Plätzchen fand die Pilzzucht-Kiste bei mir im Heizungskeller. Wenn alles nach Plan läuft, wird dort die Deckerde vom Pilzmyzel durchwuchert. Was ich aus der für diesen Prozess genannten Zeitfensterangabe (2–3 Wochen) gleich mal lerne, ist: Pilze züchten ist nichts für Ungeduldige. Ist eigentlich auch klar, denn alles, was die Natur hervorbringt, braucht eben seine Zeit.

Also bleibe ich die ersten Tage schön brav im Abwarte-Modus und nutze diese Zeit, um noch etwas mehr über Pilze zu erfahren. Und ich kann euch sagen, da gibt es eine ganze Menge zu entdecken.

Fünf interessante Nebenbei-Facts zum Thema Pilze

  1. Super spannend finde ich beispielsweise, dass die Pilze ein eigenständiges Reich eukaryotischer Lebewesen bilden und näher mit Tieren als mit Pflanzen verwandt sind.
  2. Nicht weniger interessant ist, dass derzeit nur etwa 120.000 Pilzarten bekannt sind, obwohl Wissenschaftler davon ausgehen, dass es weltweit wohl einige Millionen Pilzarten gibt.
  3. Fast die Sprache verschlagen hat mir die Nachricht, dass sich der größte bekannte Pilz über eine Fläche von 9 Quadratkilometern erstreckt, was etwa 1.200 Fußballfeldern entspricht. Das Monsterwesen ist ein Riesenhallimasch, lebt unterirdisch im Malheur National Forest (Oregon/USA) und bringt es auf das stolze Alter von etwa 2.400 Jahren.
  4. Natürlich wollte ich auch wissen, welche Pilze zu den giftigsten Vertretern ihrer Art zählen – und einige davon verrate ich euch gleich hier. Sie heißen: Fliegenpilz, spitzgebuckelter Raukopf, Helmkreisling, Riesenrötling, Nadelholzhäubling, Giftlorchel, Stink-Schirmling, Grünlinge, Satans-Röhrling und kirschroter Spei-Täubling. Und das sind längst noch nicht alle.
  5. Ich erfahre übrigens auch, dass wir zwischen Wild- und Zuchtpilzen unterscheiden und dass ein essbarer Pilz aus Feld, Wald und Flur erst dann als Speisepilz bezeichnet wird, wenn er häufig vorkommt, leicht zu bestimmen ist, bei ihm nur eine sehr geringe Verwechslungsgefahr besteht und er außerdem noch einen schmackhaften Fruchtkörper besitzt. Uiuiui, hättet ihr das gewusst?

Sich mit Pilzen als Nahrungsmittel näher zu beschäftigen ist echt spannend. Und ich sehe mich in Zukunft schon mit einem Körbchen durch den Wald streifen, auf der Jagd nach Steinpilz, Pfifferling & Co. Doch aufgepasst: Da fast jeder gute Wildpilz auch einen „bösen Zwilling“ hat, immer genau hinschauen und sich nicht scheuen, die Ernte von einer Pilzberatungsstelle checken zu lassen.

Champignons: Beliebt, gesund und unglaublich lecker08f42133 0095 4835 8022 a68396600219 1

Zum Glück bin ich mit meinem Pilzzucht-Set da von vornherein auf der sicheren Seite. Denn die Champignons, die ich bald ernten möchte, zählen bekanntlich zu den Kulturpilzen – und zwar zu den beliebtesten von uns Deutschen. Kein Wunder. Die Kraftpakete mit dem kugeligen Kopf sind superlecker und stecken voller Eiweiß, Mineralstoffe und Vitamine. Außerdem überzeugen sie mit ihrem hohen Gehalt an Kalium, Eisen und Zink. Ach ja: Und kalorienarm sind Champignons natürlich auch. 100 g von ihnen haben gerade mal 15 Kalorien (= 62 kJ) und 0,3 Gramm Fett im Gepäck.

Da will ich doch gleich mal nachschauen, wie es in meinem Pilzkarton aussieht. Und tatsächlich: Wie in der Info-Broschüre angekündigt, hat sich imwarmen Klima meines Heizungskellers auf der dunklen Deckerde ein weißer Belag gebildet. Es ging damit übrigens in einer Ecke der Kiste los und wenige Tagen später war fast die komplette Fläche mit Myzelfäden überzogen.

0df6eac6 f2c8 4c1d b1f6 2eddd200a2d4 1Gemäß Anleitung standen jetzt zwei Dinge an: Zum einen das Öffnen der Kiste einschließlich Aufbringen der gelochten Folie. Und zum anderen ein Platzwechsel an einen kühleren Ort. Meine Pilzkiste sieht deshalb inzwischen nicht nur wie ein kleines Gewächshaus aus. Sie „wohnt“ jetzt auch bei mir im Vorratskeller, der mit den empfohlenen Temperaturen zwischen 15 °C und 18 °C aufwartet.

Die Fruchtungsphase startet – und ich bin gespannt wie ein Flitzebogen

Mit diesem Switch beginnt übrigens die sog. Fruchtungsphase. Wenn alles gut geht, verwandelt sich in dieser Zeit die watteartige Pilzmyzel-Schicht in Fruchtkörper. Sprich: In das, was wir als Champignons kennen (kleiner dicker Stiel mit Kugelkopf).

5–10 Tage soll es jetzt dauern, bis sich die ersten Pilzansätze bilden. Heißt natürlich wieder warten, warten, warten. Macht aber nix. Ich suche inzwischen schon mal nach leckeren Rezepten. Ganz nebenbei werde ich das Pilzkästchen alle zwei Tage kontrollieren und natürlich weiter berichten. Freut euch also schon jetzt auf Teil 3 meiner Pilzzucht-Story.

Hier findet ihr übrigens Teil 1 meiner Pilzstory.

(WH)

2 Kommentare

  1. Joe sagt:

    Sehr interessant! Bin ein Pilzfan und habe tatsächlich noch dazu gelernt!

    1. Diana sagt:

      Hallo Joe, danke für deine Rückmeldung. Ja, beim Pilzezüchten haben auch wir (bekennende Pilzfans) das eine oder andere Neue erfahren. Das ist auch klar, denn bei diesem Projekt ist man hautnah dabei und erlebt so natürlich auch viele Dinge, die einem bislang verborgen geblieben sind. Das macht das Ganze ja so spannend!

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