Einfach erklÀrt
 Wie atmen Fische unter Wasser?

Wer wĂŒrde eine Unterwasser-Challenge gewinnen: ein Mensch oder ein Fisch? Die Antwort ist eindeutig. Wir schaffen unter Wasser vielleicht ein oder zwei Minuten. Ein Fisch? Der bleibt einfach dort – sein ganzes Leben lang! Wie macht er das, ohne nach Luft zu schnappen oder zu ertrinken?

Wenn ihr euch schon immer gefragt habt, wie atmen Fische unter Wasser, ohne jemals nach Luft zu schnappen oder zu ertrinken, dann kommt jetzt mit auf eine spannende Entdeckungsreise unter die WasseroberflÀche.

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Was ihr auf dieser Seite findet

Brauchen Fische ĂŒberhaupt Sauerstoff?

Die Antwort lautet: Ja, unbedingt! Genau wie wir Menschen, Hunde oder Vögel brauchen auch Fische Sauerstoff zum Leben. Sauerstoff hilft 2dem Körper dabei, aus der Nahrung Energie zu gewinnen.

Der Unterschied ist nur: Wir holen uns den Sauerstoff aus der Luft. Fische dagegen nutzen den Sauerstoff, der sich im Wasser befindet.

Was sind Kiemen und wie sehen sie aus?

Fische atmen nicht mit einer Lunge wie wir Menschen, sondern mit besonderen Atmungsorganen: den Kiemen. Wenn ihr seitlich an den Kopf eines Fisches schaut, seht ihr dort zwei kleine Klappen. Das sind die Kiemendeckel.

Darunter liegen die eigentlichen Kiemen versteckt. Sie bestehen aus vielen feinen, roten BlĂ€ttchen und Fransen, die dicht an dicht nebeneinanderstehen – Ă€hnlich wie die Borsten einer sehr feinen BĂŒrste oder die Seiten eines Buchs.

Dass die Kiemen knallrot sind, hat einen wichtigen Grund: Sie sind von winzigen BlutgefĂ€ĂŸen durchzogen. Und genau dieses Blut nimmt den Sauerstoff aus dem Wasser auf!

Wie funktioniert die Fischatmung Schritt fĂŒr Schritt?

Das Atmen unter Wasser ist eine echte Meisterleistung der Natur. So lÀuft es ab:

  1. Wasser aufnehmen: Der Fisch öffnet sein Maul und lÀsst stÀndig frisches Wasser hineinströmen.
  2. Wasser pressen: Er schließt das Maul wieder und drĂŒckt das Wasser von innen nach hinten durch die Kiemen.
  3. Sauerstoff tanken: WÀhrend das Wasser an den feinen KiemenblÀttchen vorbeiströmt, wird der Sauerstoff aus dem Wasser von Blut aufgenommen.
  4. Kohlendioxid abgeben: Gleichzeitig gibt der Fisch das verbrauchte Gas (Kohlendioxid) ins Wasser ab.
  5. Ausatmen: Die Kiemendeckel öffnen sich seitlich und das verbrauchte Wasser fließt wieder nach draußen.

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Warum klappt das so unglaublich gut?

Doch wie gelingt es dem Fisch mit dieser Methode genug Sauerstoff zu bekommen? Schließlich ist im Wasser viel weniger Sauerstoff enthalten als in der Luft!

Hier nutzt der Fisch einen genialen Physik-Trick: das Gegenstromprinzip. Das bedeutet: Das Wasser fließt in die eine Richtung ĂŒber die Kiemen, und das Blut im Inneren der Kiemen fließt genau in die entgegengesetzte Richtung! Dadurch kann das Blut besonders viel Sauerstoff aus dem Wasser aufnehmen.

Was hat die Wassertemperatur mit der Atmung zu tun?

Vielleicht habt ihr schon einmal beobachtet, dass Fische im Sommer manchmal schneller „atmen“ (also ihr Maul schneller öffnen und 4schließen) als im Winter. Das liegt an der Wassertemperatur:

  • Warmes Wasser kann viel weniger Sauerstoff speichern. Der Fisch muss sein Maul schneller bewegen und mehr Wasser durch die Kiemen pumpen, um genug Sauerstoff zu bekommen. An heißen Tagen sieht man Fische manchmal nah an der WasseroberflĂ€che. In Gartenteichen kann bei großer Hitze zusĂ€tzliche BelĂŒftung helfen, damit das Wasser mit genĂŒgend Sauerstoff angereichert wird.
  • Kaltes Wasser speichert sehr viel Sauerstoff. Außerdem bewegt sich der Fisch bei KĂ€lte langsamer und braucht weniger Energie. Sein Herz schlĂ€gt langsamer und er atmet ganz entspannt.

Warum ersticken Fische an der frischen Luft?

Es klingt erst einmal seltsam: An der Luft gibt es doch viel mehr Sauerstoff als im Wasser. Warum kann ein Fisch draußen nicht einfach weiteratmen?

Die ErklĂ€rung ist ganz einfach: Im Wasser werden die feinen KiemenblĂ€ttchen vom Wasser getragen und schwimmen locker auseinander – wie Haare unter Wasser. Sobald der Fisch aber an der Luft ist, werden die feinen Kiemen nicht mehr vom Wasser gestĂŒtzt.

An der Luft fallen die feinen KiemenblÀttchen zusammen und kleben aneinander. Dadurch kann kaum noch Sauerstoff aufgenommen werden. Der Fisch erstickt an der Luft, obwohl um ihn herum ganz viel Sauerstoff ist!

Atmen unter Wasser – aber jeder anders

  • Fische – die Unterwasser-Profis
    Fische sind perfekt an das Leben im Wasser angepasst. Mit ihren Kiemen holen sie den Sauerstoff direkt aus dem Wasser – deshalb mĂŒssen sie nie zum Luftholen auftauchen.
  • Wale und Delfine – nur zu Besuch unter Wasser
    Sie leben zwar im Wasser, sind aber SĂ€ugetiere. Sie haben Lungen und mĂŒssen regelmĂ€ĂŸig an die OberflĂ€che, um Luft zu holen.
  • Wasserinsekten – mit Mini-Taucherflasche
    Manche Wasserinsekten nehmen beim Abtauchen eine kleine Luftblase mit. Die funktioniert wie eine winzige Sauerstoffreserve.

Jetzt seid ihr dran: Entdeckt die Unterwasserwelt!

Wer genau hinschaut, kann die Geheimnisse der Fischatmung sogar selbst entdecken.

  • Fische beobachten
    Schaut einem Fisch im Aquarium genau auf das Maul und die Kiemendeckel. Könnt ihr erkennen, wie beides im gleichen Rhythmus arbeitet? Klopft den Takt doch einmal mit den Fingern mit!
  • Auf BlĂ€schenjagd gehen
    Im Sommer mal einen Blick in einen Teich oder ein Aquarium mit Wasserpflanzen werfen. Sicher entdeckt ihr kleine BlĂ€schen an den BlĂ€ttern. Das ist Sauerstoff, den die Pflanzen herstellen – und den die Fische zum Atmen brauchen.

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Fazit

Unter Wasser atmen – was fĂŒr uns wie Zauberei klingt, ist fĂŒr Fische ganz normal: Wasser rein, Sauerstoff raus – und weiter geht die Reise durchs nasse Zuhause. Wenn ihr das nĂ€chste Mal einen Fisch seht, könnt ihr sagen: „Ich weiß, was du da machst – du tankst gerade Sauerstoff aus dem Wasser!“

(30.07.2026/LF)

Seid ihr bereit fĂŒr die nĂ€chste Unterwasser-Safari?

Wenn eure Nachwuchs-Forscher jetzt so richtig im Entdecker-Fieber sind, klickt euch durch unsere “Einfach erklĂ€rt” Reihe hier im Blog!

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Habt ihr schon die Kiemendeckel bei euren Fischen beobachtet oder BlÀschen an den Wasserpflanzen entdeckt? Schickt uns eure Fotos oder berichtet uns auf Facebook und Instagram davon! Wir freuen uns riesig, wenn ihr uns folgt und eure Entdeckungen mit uns teilt.

 

HĂ€ufige Fragen zu „Wie atmen Fische unter Wasser“

Welches Organ ersetzt beim Fisch die menschliche Lunge?

Fische atmen nicht mit einer Lunge, sondern mit ihren Kiemen. Diese liegen gut geschĂŒtzt unter den Kiemendeckeln an beiden Kopfseiten und bestehen aus feinsten, stark durchbluteten BlĂ€ttchen, die dem vorbeiströmenden Wasser den Sauerstoff entziehen.

Warum ersticken Fische an der Luft, obwohl dort mehr Sauerstoff ist?

Im Wasser werden die feinen KiemenblÀttchen vom Auftrieb getragen und bleiben weit aufgefÀchert. An der Luft fehlt dieser Halt, sodass die Kiemen sofort zusammenkleben. Dadurch verkleinert sich die OberflÀche drastisch und der Fisch kann keinen Sauerstoff mehr aufnehmen.

Was genau versteht man unter dem Gegenstromprinzip bei der Fischatmung?

Das Gegenstromprinzip ist ein cleverer Mechanismus der Natur. Das Wasser fließt in die eine Richtung ĂŒber die Kiemen, wĂ€hrend das Blut im Inneren genau in die entgegengesetzte Richtung strömt. So kann das Blut dem Wasser maximal viel Sauerstoff entziehen.

Atmen Wale und Delfine auch ĂŒber Kiemen unter Wasser?

Nein, Wale und Delfine sind SĂ€ugetiere und besitzen Lungen wie wir Menschen. Sie können nicht unter Wasser atmen, sondern mĂŒssen in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden an die WasseroberflĂ€che kommen, um ĂŒber ihr Blasloch frische Luft zu tanken.

 

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