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Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, machen sich viele Vögel auf eine lange Reise. Störche, Kraniche oder Schwalben fliegen oft tausende Kilometer weit in den Süden. Doch woher wissen Zugvögel eigentlich, in welche Richtung sie fliegen müssen?

Im Herbst wird es in vielen Regionen Europas kälter. Die Natur schaltet auf Sparflamme, es gibt weniger Beeren und Früchte und mit den sinkenden Temperaturen verschwinden auch viele
Insekten und Spinnen. Dies führt dazu, dass die Vögel weniger Nahrung finden.
Viele Vogelarten ziehen deshalb in wärmere Gebiete, in denen sie auch im Winter genügend Futter finden. Im Frühjahr kehren sie wieder zurück, um zu brüten und ihre Jungen großzuziehen.
Nicht alle Vögel machen sich im Herbst auf die Reise. Schwalben, Kraniche und viele Störche gehören zu den Zugvögeln. Sie verlassen ihre Brutgebiete und verbringen den Winter in wärmeren Regionen.
Standvögel wie Kohlmeisen oder viele Spechte bleiben dagegen das ganze Jahr über bei uns. Dazwischen gibt es sogenannte Teilzieher: Bei ihnen ziehen nur bestimmte Populationen oder einzelne Tiere fort.
Auch die Amsel ist ein gutes Beispiel dafür. Viele Amseln bleiben heute im Winter bei uns, während andere weiterhin in wärmere Gebiete ziehen. Bei einigen Vogelarten beeinflussen mildere Winter und ein verändertes Nahrungsangebot das Zugverhalten.
Fast könnte man das glauben. Tatsächlich besitzen Zugvögel erstaunliche Fähigkeiten zur Orientierung. Wissenschaftler gehen davon aus, dass viele Vögel bereits mit einer angeborenen Zugrichtung geboren werden. Zusätzlich lernen sie während ihrer Reisen immer mehr dazu.
Tagsüber orientieren sich viele Zugvögel am Stand der Sonne. Mithilfe einer inneren Uhr können sie erkennen, wo Osten, Westen, Norden und Süden liegen.
Selbst wenn die Sonne hinter Wolken verschwindet, kann ihnen das Licht am Himmel bei der Orientierung helfen.
Viele Vogelarten sind nachts unterwegs. Sie können den Sternenhimmel zur Orientierung nutzen. Dabei hilft ihnen das Muster des nächtlichen Himmels, ihre Flugrichtung beizubehalten.
Eine der erstaunlichsten Besonderheiten von Zugvögeln ist ihr Magnetsinn. Sie können das Magnetfeld der Erde wahrnehmen und es wie einen natürlichen Kompass zur Orientierung nutzen.
Gemeinsam mit Sonne, Sternen und anderen Orientierungshilfen hilft ihnen dieser Sinn dabei, auf ihrer langen Reise den richtigen Kurs zu halten.
Erfahrene Zugvögel nutzen zusätzlich markante Landschaften als Wegweiser. Flüsse, Küsten, Gebirge oder große Seen helfen ihnen dabei, den richtigen Kurs zu halten.
Je öfter ein Vogel dieselbe Strecke fliegt, desto mehr Erfahrungen kann er auf seinem Zugweg sammeln.
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Einen Kalender brauchen Zugvögel nicht. Ihr Körper besitzt eine Art innere Uhr. Vor allem die Veränderung der Tageslänge spielt eine wichtige Rolle. Auch Wetter, Temperatur und Nahrungsangebot können den Zeitpunkt des Aufbruchs beeinflussen.
Vor der großen Reise werden viele Vögel unruhiger und fressen besonders viel, um Energiereserven für den Flug anzulegen.
Kraniche oder Gänse sind häufig in einer V-Formation zu beobachten. Diese Flugweise kann Energie sparen, denn die Vögel nutzen günstige Luftströmungen, die durch die Flügelschläge der vorausfliegenden Tiere entstehen.
Dabei gibt es nicht unbedingt einen einzigen „Chef“, der die ganze Reise anführt. Die Positionen können gewechselt werden. Außerdem verständigen sich Vögel durch Rufe miteinander und halten so Kontakt zur Gruppe.
Andere Zugvögel sind dagegen allein oder in lockeren Schwärmen unterwegs. Manche kleinen Singvögel ziehen sogar nachts ganz alleine.

Ja. Viele Zugvögel legen auf ihrer Reise immer wieder Rastpausen ein. Diese Rastplätze sind wie kleine Tankstellen: Die Vögel fressen, ruhen sich aus und sammeln neue Energie für die nächste Etappe.
Wie lange ein Vogel am Stück fliegt, hängt stark von der Vogelart und der Strecke ab. Manche schaffen enorme Distanzen ohne Zwischenlandung. Die Pfuhlschnepfe beispielsweise kann auf ihren Wanderungen mehrere Tage und tausende Kilometer ohne Pause fliegen.
Bei einigen Vogelarten wurde sogar nachgewiesen, dass sie während des Fliegens kurz schlafen können. Für viele Zugvögel sind Rastplätze zum Schlafen und Fressen jedoch unverzichtbar.

Weißstörche aus Europa fliegen nicht alle denselben Weg nach Süden. Viele nutzen entweder eine westliche Route über Spanien und die Straße von Gibraltar oder eine östliche Route über den
Bosporus und den Nahen Osten.
Junge Störche bekommen eine grundsätzliche Zugrichtung mit auf den Weg, lernen ihre genaue Route aber auch unterwegs. Spannend dabei: Jungstörche können sich sogar einer Gruppe anschließen, die eine andere Route nutzt als ihre Eltern. Die Entscheidung lautet also nicht einfach: „Mama fliegt rechts, also fliege ich auch rechts.“
Zugvögel sind echte Navigationskünstler. Sie besitzen eine innere Uhr, orientieren sich an Sonne, Sternen, Landschaften und dem Magnetfeld der Erde und wissen dadurch, wann und wohin ihre Reise geht. Manche fliegen gemeinsam in großen Formationen, andere machen sich ganz allein auf den Weg. Und obwohl ihre Reise oft tausende Kilometer lang ist, finden viele im Frühjahr wieder zurück in ihr Brutgebiet.
(07.11.2026/LF)
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Habt ihr in diesem Herbst schon Zugvögel in der typischen V-Formation am Himmel entdeckt oder lauscht ihr dem Rufen der Kraniche? Erzählt es uns auf Facebook oder Instagram unter dem Hashtag #alsverlag und markiert uns auf euren Schnappschüssen. Wir freuen uns riesig auf eure Natur-Momente!
Forschende haben herausgefunden, dass spezielle Proteine in den Augen der Vögel auf das Erdmagnetfeld reagieren. Viele Vögel können das Magnetfeld vermutlich als feines Helligkeitsmuster am Himmel wahrnehmen und so die Himmelsrichtung bestimmen.
Große Vögel wie Kraniche oder Gänse nutzen den Aufwind, den die vorausfliegenden Tiere mit ihren Flügelschlägen erzeugen. Das spart wertvolle Energie auf langen Strecken. Die Spitze wechselt regelmäßig durch, damit kein Tier erschöpft.
Zugvögel verlassen im Herbst ihre Brutgebiete, weil sie hier im Winter zu wenig Insekten oder Beeren finden. Standvögel wie Meisen oder Spechte bleiben ganzjährig am selben Ort, da sie auch bei Frost Samen oder Bauminsekten aufspüren.
Einige Langstreckenzieher wie Mauersegler oder Pfuhlschnepfen können tatsächlich im Flug kurze Schlafphasen einlegen. Dabei schläft zeitweise nur eine Gehirnhälfte, während die andere Seite den Flugkurs und die Umgebung im Blick behält.
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