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Der Seehund … super niedlich und äußerst beeindruckend!
Es ist Sommer an der Nordsee. Die Flut weicht langsam zurück, der frische Wind trägt das Rauschen der Wellen herbei und am Horizont werden die ersten Sandbänke sichtbar. Wer jetzt ein Fernglas zur Hand nimmt, entdeckt sie: kleine, dunkle Punkte, die sich träge im Sand räkeln.
Plötzlich taucht direkt vor der Küste ein runder Kopf aus den Wellen auf. Zwei riesige, dunkle Knopfaugen blicken uns neugierig an – ein kurzer Moment, dann gleitet der Körper lautlos zurück ins tiefe Blau. Willkommen im Revier des Seehundes.Der Seehund
Ob auf den Nordseeinseln, an geschützten Felsküsten oder bei einer Ausflugsfahrt im Wattenmeer: Seehunde faszinieren uns seit jeher. Aber was steckt eigentlich hinter dem Ruf des niedlichen Küstenbewohners, den man früher sogar „Meerkalb“ nannte? Zeit für ein genaueres Porträt.


Der Seehund (Phoca vitulina) gehört zur Familie der Hundsrobben. Im Vergleich zur mächtigen Kegelrobbe ist er deutlich kleiner und schlanker: Männchen werden etwa 170-180 cm lang, Weibchen rund 150-170 cm. Auch sein rundlicher Kopf und die individuell sehr unterschiedliche graue bis braune Färbung mit dunklen Flecken machen ihn unverwechselbar.
Ein ausgewachsener Seehund wiegt zwischen 100 und 150 kg. Er ist hervorragend an das Leben im Meer angepasst – sein torpedoförmiger Körper lässt ihn im Wasser Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 35 km/h erreichen.
An Land wirkt er eher unbeholfen und ist aufgrund seiner Augenkonstruktion recht kurzsichtig. Sobald er aber abtaucht, verwandelt er sich in einen äußerst geschickten Orientierungskünstler.Der Seehund
Der Seehund hat keine glatte Haut wie ein Delfin, sondern ein extrem dichtes Haarkleid. Aber ist das eigentlich kuschelig weich?

Seehunde lieben die Küsten der Nordhalbkugel im Atlantik und Pazifik. Ihr absoluter Verbreitungsschwerpunkt bei uns liegt im Wattenmeer, aber auch auf Helgoland oder in der Unterelbe bis nach Hamburg kann man sie entdecken. In der Ostsee kommen Seehunde nur in vergleichsweise kleinen, regionalen Beständen vor und gelten dort als besonders schutzbedürftig.
Die Tiere sind heimatverbunden und nutzen dank ihrer ausgeprägten Standorttreue oft über Jahre dieselben Ruheplätze. Als Zuhause dienen ihnen ungestörte Strände und trockenfallende Sandbänke. Diese Plätze nutzen sie als Wohn- und Sonnenzimmer, um sich nach der Nahrungssuche auszuruhen oder ihre Jungen zu säugen. Auch in der Zeit des Fellwechsels treffen wir sie dort an.

Seehunde fressen täglich etwa drei bis fünf Kilogramm Nahrung. Sie sind flexibel, haben aber klare Vorlieben: Neben verschiedenen Fischarten werden gelegentlich auch Krebstiere und andere wirbellose Meerestiere erbeutet.Der Seehund
Dabei hat jedes Tier seine eigene Taktik: Manche Seehunde jagen im freien Wasser nach Heringen und Dorschen, andere suchen den Meeresboden nach Plattfischen, Grundeln und Sandaalen ab. Um an ihre Beute zu gelangen, tauchen sie regelmäßig 30 bis 40 Meter tief, in Einzelfällen sogar über 100 Meter. Die meisten Tauchgänge dauern nur etwa drei Minuten, können aber bis zu einer halben Stunde andauern.
Zwischen Mitte Juni und Ende Juli bringen die Weibchen auf den Sandbänken meist ein einzelnes Jungtier zur Welt. Ein kleiner Seehundwelpe wiegt bei der Geburt bereits 7 bis 15 Kilogramm und bringt ein ganz besonderes Wunder mit: Er ist sofort voll schwimmfähig!
Die gemeinsame Zeit ist intensiv, aber kurz. Das Muttertier hält sich während dieser Zeit überwiegend in der Nähe des Jungtiers auf, säugt das Junge jedoch nur etwa drei bis sechs Wochen lang an Land.Der Seehund
Danach wird der Nachwuchs bereits allein gelassen und muss nun selbstständig werden. Während Weibchen unter optimalen Bedingungen bis zu 35 Jahre alt werden können, erreichen Männchen meist ein geringeres Alter und werden oft nicht älter als etwa 20 bis 25 Jahre.

Unter Wasser geht es bei den Seehunden erstaunlich laut zu – besonders im Juli, wenn die Paarungszeit beginnt. Die Männchen stecken dann ihre Reviere ab und versuchen, die Weibchen mit echtem Imponierverhalten zu beeindrucken. Dabei nutzen sie ein beachtliches Repertoire aus grunzenden, blubbernden und knarrenden Unterwasserrufen.
An Land hören wir dagegen vor allem die Jungtiere, die ihre Mutter verloren haben und nach ihr rufen. Wegen dieser klagenden Lautäußerungen nennt man verwaiste Robbenbabys auch „Heuler“.


Der Seehund ist so viel mehr als nur ein niedliches Fotomotiv mit großen Kulleraugen. Er ist ein perfekt angepasster, intelligenter Unterwasser-Jäger, der eine echte Schlüsselrolle in unserem marinen Ökosystem spielt: Als sogenannter Spitzenräuber am Ende der Nahrungskette sorgt er dafür, dass die Fischbestände gesund und im Gleichgewicht bleiben.
Weil er in der Aufzucht- und Fellwechselzeit im Sommer besonders störungsempfindlich ist, ist der beste Schutz, den wir ihm bieten können, ganz einfach: viel Abstand halten.Der Seehund
(16.07.2026/LF)
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Als Mitglied aus der Familie der Hundsrobben ist der Seehund deutlich schlanker als die Kegelrobbe. Die Tiere besitzen einen rundlichen Kopf, ein individuell geflecktes, kurzes Fell und erreichen ein Gewicht von etwa 100 bis 150 Kilogramm.
Auf der Jagd nach Nahrung tauchen die Robben regelmäßig in Tiefen von 30 bis 40 Metern ab, in Einzelfällen sogar über 100 Meter tief. Ihr werdet staunen: Die meisten Tauchgänge dauern etwa drei Minuten, im Ausnahmefall kann ein Tier aber bis zu einer halben Stunde unter Wasser bleiben.
Als Heuler bezeichnet man verwaiste Robbenbabys, die den Kontakt zu ihrer Mutter verloren haben. Sie stoßen an Land sehr laute und klagende Rufe aus, damit das Muttertier sie auf den Sandbänken inmitten der Kolonie wiederfinden kann.
Während der Sommermonate steht für die Robben der jährliche Fellwechsel an. Damit das neue Haarkleid gut wachsen kann, muss die Haut optimal durchblutet werden. Das funktioniert am besten, wenn die Tiere stundenlang in der Sonne liegen, bis ihr Fell vollständig getrocknet ist.
Seehunde nutzen ihre feinen Vibrissen, also die Schnurrhaare, wie hochempfindliche Antennen. Ihr könnt euch das wie ein biologisches Ortungssystem vorstellen, das selbst die kleinsten Wasserbewegungen und Vibrationen vorbeischwimmender Beutefische exakt wahrnimmt.
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