Meisenknödel selber machen

„Boah, sind die fies!“ „Guck mal, Svea, die großen schubsen die kleine blaue sogar weg.“

Von diesem lauten und energischen Dialog angelockt, eile ich ins Kinderzimmer. Svea und Angelina sitzen vor dem Fenster und beobachten das Vogelfutterhäuschen. „Die blaue Meise kriegt gar nix ab von dem Futter“, berichtet Angelina empört. „Schau, die großen Vögel, und besonders die grünen da, die hacken sogar nach der kleinen.“ Apropos Futterhäuschen: Unten im Clip seht ihr, wie so ein Snack-Domizil zusammengebaut und wohnlich gestaltet wird.

Futterkämpfe gehören dazu

Ja, liebe Mädels, in der Natur gehts oft so gar nicht fair zu, da gilt das Recht des Stärkeren und weil Blaumeisen kleiner sind und nicht ganz so doll im Kämpfen, trifft es sie besonders hart. Grünlinge, Kleiber und Kohlmeisen sind nun mal deutlich größer und kampfbereiter. Aber das tröstet die Schwestern nur wenig. „Du musst ein Futterhaus bauen, das nur für die Blaumeisen da ist“, fordern die beiden.

Meisen sind sportliche Akrobaten

Ja, die Idee der Mädchen ist gut und es gibt auch tatsächlich eine Möglichkeit, wie wir die Blaumeisen ein wenig vom Getümmel der Futterhaus-Snackbar weglotsen und separat verköstigen können.

Meisen sind gelenkige kleine Kerlchen, die oft kopfüber hängend nach Nahrung picken. Diese Geschicklichkeit können wir nutzen, indem wir Futterglocken und Meisenknödel selber machen und separat anbieten. Wenn alles funktioniert, bedienen wir damit die Meisen und lassen den anderen Zwitscherchen den Spaß im Futterhaus.

Was fressen Meisen gern?

Die Recherche im Internet ergibt: Meisen mögen Sonnenblumenkerne, Mais, Haferflocken und Leinsamen. Besonders lieben sie ein Gemisch aus Fett und Samen – also das, was gemeinhin auch in Form von Meisenknödeln im Handel erhältlich ist. Doch da diese Knödel zumeist in Plastiknetzen angeboten werden, in denen sich die Vögel mit den Beinchen verheddern können, wollen wir das Körner-Fett-Gemisch für die Meisenknödel selber machen und in eigenen Behältnissen anbieten.

Zuerst wird’s dekorativ

Wir wissen nun also, welche Zutaten wir brauchen und während ich die nötigen Ingredienzen besorge, verschönern die Mädchen eine Meisen-Futterstation aus Holz und drei Tontöpfe, die wir im Keller gefunden haben, und suchen nach weiteren Gefäßen, die sich als Form für die Körner-Fett-Mischung eignen.Meise 4 min

Nachdem die Farbe auf den Tontöpfen trocken ist, bekommen diese noch ihre Aufhängvorrichtung: Hierzu ein kleines Holzstück an eine Kordel knoten und durch die Öffnung im Boden fädeln. Das Holzstück legt sich quer und verhindert so, dass die Aufhängekordel durchrutscht.

Das Projekt „Meisenknödel selber machen“ kann starten

Wir brauchen

500 g Kokosfett (Nabu empfiehlt auch Rinder- oder Hammeltalg)

500 g Körner- und Samenmischung (bestehend aus Sonnenblumenkernen, Mais, Haferflocken und Leinsamen)

Hinweis: Wenn ihr bei gleichbleibender Fettmenge weniger Körner verwendet, wird die Masse härter, mehr Körner lassen die Ergebnisse krümeliger werden. Das ist zwar einfacher für die Vögel, aber die Snacks zerbrechen auch leichter.

Und so gehts

Das Kokosfett im Topf zum Schmelzen bringen (nicht zu stark erhitzen, da es sonst unangenehm riecht). Körner-Samenmischung hineingeben, umrühren und warten, bis das flüssige Fett erkaltet und damit die Masse langsam fest und formbar wird. Das Erkalten dauert ein ganz schönes Weilchen und stellt die Geduld der Mädchen ordentlich auf die Probe. Meisenknödel selber machen ist also nix für Ungeduldige.

Mit der formbaren Masse lässt sich so allerhand anstellen: Man kann sie in Futterglocken, Ausstechformen oder Tassen füllen und natürlich Knödel formen. Damit alles später aufgehängt werden kann, muss schon gleich, solange die Masse noch weich ist, das Aufhängeband durchgezogen werden bzw. das Ästchen als Sitzgelegenheit für die gefiederten Freunde eingesteckt werden. Da wir die Knödel nicht aufhängen, sondern auf den Stab der Futterstation stecken wollen, stechen wir hier einem Strohhalm durch, der nach dem Erkalten entfernt wird und so eine Öffnung für den späteren Stab bietet.

Exklusiv für Blaumeisen

Weil wir gelesen haben, dass Futterglocken mit Ästchen als Sitzgelegenheit auch von anderen Vögeln genutzt werden können, lassen wir bei unseren drei Futterglocken die Ästchen weg. Denn die Meisen sind ja, wie wir nun wissen, so supersportlich, dass sie (wahrscheinlich als einzige Vogelart) diese Glocken auch ohne Sitzelement nutzen können. Und so soll es ja auch sein, denn die anderen Vögel haben schließlich das Futterhaus und die übrigen Snacks mit Sitzstab. Wenn alles klappt wie gedacht, müssten am Ende alle Piepmätze happy sein.

Meisenknödel selber machen – unser Fazit

Als die Masse ausgehärtet ist, hängen wir alle Elemente auf. Und tatsächlich ging unsere Rechnung auf: Die Tontöpfe ohne Sitzgelegenheit werden wirklich nur von den Blaumeisen genutzt. Die übrigen Leckereien lassen sich auch die anderen Vögel schmecken, doch das stört uns nicht, denn wir haben ja erreicht, was wir wollten. Und so ist jetzt wieder Harmonie im Garten und im Kinderzimmer der Mädchen eingekehrt.

Noch mehr Beiträge für kleine Tierforscher findet ihr hier.

(DD)

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