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Der Stift liegt bereit – und schon greift das Kind ganz selbstverständlich mit der linken Hand danach. Beim Malen, Schneiden oder Bauen wird schnell klar: Hier fühlt sich links einfach richtig an.
Für manche Erwachsene ist das zunächst ungewohnt. Doch Linkshändigkeit ist weder selten noch etwas, das sich ein Kind „angewöhnt“ hat. Rund zehn bis fünfzehn Prozent der Menschen sind linkshändig – ihre bevorzugte Hand ist Teil ihrer natürlichen Entwicklung.
Welche Hand ein Kind bevorzugt, zeichnet sich oft schon in den ersten Lebensjahren ab. Bis sich die Händigkeit sicher entwickelt, braucht es allerdings Zeit. Gerade im Kindergarten und in der Grundschule kommt es deshalb darauf an, Kindern Raum zu geben, sie nicht umzugewöhnen und ihren Alltag passend zu gestalten.
Wer im Alltag von Kindergarten und Schule die Linkshändigkeit richtig fördern möchte, schenkt Kindern vor allem Zeit, verzichtet konsequent auf Umschulungsversuche und passt Arbeitsplatz sowie Materialien an die natürlichen Bedürfnisse an. Denn ob links oder rechts: Entscheidend ist nicht die Hand, sondern dass ein Kind seine Fähigkeiten frei und selbstverständlich entfalten kann.

Die bevorzugte Nutzung der linken Hand ist keine Angewohnheit, sondern in der Entwicklung des Gehirns verankert. Jede Gehirnhälfte übernimmt unterschiedliche Aufgaben und steuert die jeweils gegenüberliegende Körperseite. Bei linkshändigen Menschen ist die Zusammenarbeit der Gehirnhälften so ausgeprägt, dass feinmotorische Bewegungen bevorzugt mit der linken Hand ausgeführt werden.
Schon Kleinkinder beginnen, eine Hand häufiger einzusetzen. Dennoch wechseln viele Kinder zunächst noch zwischen beiden Händen. Das ist ein ganz normaler Entwicklungsschritt. Erst nach und nach wird deutlich, welche Hand bei feinmotorischen Tätigkeiten dauerhaft bevorzugt wird.

Nicht jedes Kind zeigt seine Händigkeit von Anfang an eindeutig. Besonders in den ersten Lebensjahren werden viele Bewegungen noch mit beiden Händen ausprobiert. Erst mit zunehmender Entwicklung zeigt sich häufig eine klare Vorliebe.
Hinweise auf eine Linkshändigkeit können unter anderem sein:
Auch wenn einzelne Tätigkeiten gelegentlich mit der rechten Hand ausgeführt werden, bedeutet das nicht automatisch, dass keine Linkshändigkeit vorliegt. Entscheidend ist das Gesamtbild über einen längeren Zeitraum.
Gerade im Kindergarten lohnt es sich, Kinder aufmerksam zu beobachten, ohne ihre Handwahl zu beeinflussen. Häufig entwickelt sich die bevorzugte Hand ganz von allein, wenn ausreichend Zeit und verschiedene Spiel- und Bewegungsangebote zur Verfügung stehen.

Eine gute Förderung beginnt nicht mit speziellen Übungen, sondern mit einem verständnisvollen Alltag. Kleine Veränderungen können bereits einen großen Unterschied machen und dafür sorgen, dass linkshändige Kinder entspannt lernen und arbeiten.
Eine gute Begleitung beginnt nicht mit starren Übungen, sondern mit einem aufmerksamen Blick. Um die Linkshändigkeit richtig fördern zu können, braucht es vor allem Verständnis und eine Umgebung, in der beide Hände denselben Stellenwert genießen.
Der wichtigste Schritt besteht dabei, Kinder ihre bevorzugte Hand frei wählen zu lassen. Gut gemeinte Hinweise wie „Nimm doch lieber die rechte Hand“ können zu Unsicherheit führen. Viel hilfreicher ist eine Umgebung, in der beide Händigkeiten selbstverständlich akzeptiert werden.
Kinder entwickeln mehr Selbstvertrauen, wenn ihre natürliche Veranlagung respektiert wird. Das gilt sowohl beim Malen und Basteln als auch beim Schreiben, Essen oder Spielen.
Bereits kleine Anpassungen im Arbeitsbereich erleichtern vielen linkshändigen Kindern den Alltag erheblich. Linkshändige Kinder profitieren davon, wenn ausreichend Bewegungsfreiheit auf der linken Seite vorhanden ist. Sitzt ein linkshändiges Kind direkt neben einem Rechtshänder, können sich die Ellenbogen beim Schreiben leicht gegenseitig behindern. Eine angepasste Sitzordnung schafft mehr Platz und sorgt für entspannteres Arbeiten.
Auch eine gute Beleuchtung spielt eine wichtige Rolle. Fällt das Licht von rechts ein, entstehen beim Schreiben weniger Schatten auf dem Papier.

Wer linkshändige Kinder im Alltag unterstützen möchte, setzt auf Werkzeuge mit angepasster Klingenführung und ergonomische Stifte. Solche Hilfsmittel helfen dabei, die Linkshändigkeit richtig fördern zu können, ohne dass beim Basteln und Schreiben Frust durch unpassendes Werkzeug entsteht.
Speziell entwickelte Materialien können das Arbeiten erleichtern. Dazu gehören beispielsweise:
Solche Hilfsmittel gleichen keine Schwäche aus, sondern schaffen vergleichbare Bedingungen für alle Kinder.
Gerade die ersten Schreibversuche stellen linkshändige Kinder häufig vor besondere Herausforderungen. Damit die frisch geschriebenen Buchstaben nicht verwischen, entwickeln viele Kinder automatisch eine andere Handhaltung als Rechtshänder.
Wichtig ist dabei, ausreichend Zeit zum Üben zu geben und keine unnatürliche Schreibhaltung zu erzwingen. Eine entspannte Sitzposition, die richtige Papierlage und geeignete Schreibgeräte erleichtern das Schreiben deutlich.
Auch Lob für kleine Fortschritte stärkt die Motivation. Mit etwas Übung entwickeln die meisten linkshändigen Kinder ganz selbstverständlich ihre eigene, angenehme Schreibtechnik.

Im Alltag passieren oft Kleinigkeiten, die linkshändigen Kindern das Lernen unnötig erschweren. Meist geschieht dies unbewusst und mit den besten Absichten. Schon kleine Veränderungen können jedoch dazu beitragen, dass Kinder entspannter arbeiten und ihre Fähigkeiten ohne zusätzlichen Druck entwickeln.
Der wohl wichtigste Grundsatz lautet: Linkshändigkeit sollte niemals umtrainiert werden.
Früher galt das Schreiben mit der rechten Hand häufig als selbstverständlich. Heute ist bekannt, dass eine Umschulung die natürliche Entwicklung beeinträchtigen kann. Das Gehirn ist auf die bevorzugte Hand abgestimmt. Wird diese Veranlagung unterdrückt, können Unsicherheiten beim Schreiben, Konzentrationsschwierigkeiten oder eine erhöhte Anspannung entstehen.
Kinder entwickeln ihre Fähigkeiten am besten, wenn ihre natürliche Händigkeit akzeptiert wird.
Jedes Kind lernt in seinem eigenen Tempo. Manche schreiben früher flüssig, andere benötigen etwas mehr Übung – unabhängig davon, ob sie links- oder rechtshändig sind.
Vergleiche mit anderen Kindern können schnell Frust auslösen. Viel hilfreicher ist es, individuelle Fortschritte wahrzunehmen und zu bestärken. Bereits kleine Erfolgserlebnisse fördern die Motivation und stärken das Selbstvertrauen.
Nicht nur der Stift, sondern auch die Lage des Papiers beeinflusst das Schreiben.
Viele linkshändige Kinder schreiben angenehmer, wenn das Blatt leicht nach rechts gedreht wird. So bleibt das Handgelenk in einer natürlichen Position und die Schrift lässt sich besser erkennen, ohne dass bereits Geschriebenes verwischt.
Dabei gibt es keine allgemeingültige Lösung. Entscheidend ist, dass jedes Kind eine Haltung findet, die sich angenehm anfühlt und flüssiges Schreiben ermöglicht.

Linkshändigkeit findet sich in vielen Bereichen des Lebens. Zu den bekannten Linkshändern werden unter anderem Ludwig van Beethoven, Leonardo da Vinci und Barack Obama gezählt. Auch im Sport sind Linksfüßer häufig anzutreffen. Fußballstars wie Lionel Messi oder Diego Maradona wurden unter anderem für ihre außergewöhnliche Ballkontrolle mit dem linken Fuß bekannt. Darüber hinaus zeigen auch Tiere häufig eine Seitenpräferenz: Viele Hunde und Katzen nutzen bevorzugt eine bestimmte Pfote – ganz ähnlich wie Menschen ihre linke oder rechte Hand bevorzugen.
Linkshändigkeit gehört zur natürlichen Vielfalt und sollte von Anfang an selbstverständlich mitgedacht werden. Eine passende Lernumgebung, geeignete Materialien und ein wertschätzender Umgang geben Kindern die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten sicher zu entwickeln. Wenn Eltern und Fachkräfte gemeinsam die Linkshändigkeit richtig fördern, entwickeln Kinder ein starkes Selbstvertrauen für ihren gesamten Lernweg.
(03.10.2026/LF)
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Damit beim Malen, Schneiden und Schreiben erst gar kein Frust aufkommt, findet ihr in unserem Shop ergonomisch abgestimmte Produkte speziell für Linkshänder.
Welche Erfahrungen habt ihr in eurer Gruppe oder Klasse mit linkshändigen Kindern gemacht? Welche kleinen Handgriffe helfen bei euch im Alltag am besten? Erzählt es uns hier in den Kommentaren oder auf Facebook oder Instagram unter dem Hashtag #alsverlag. Wir freuen uns riesig auf den Austausch mit euch!
Am wichtigsten sind Geduld und eine unaufgeregte Akzeptanz der Händigkeit ohne Umschulungsversuche. Passendes Werkzeug wie Linkshänderscheren, eine schräge Papierhaltung beim Schreiben sowie ausreichend Bewegungsfreiheit am Tisch unterstützen Kinder im Alltag am besten.
Achtet auf die Sitzordnung, damit der Schreibarm nicht an den Nachbarn stößt, und sorgt für Lichteinfall von rechts, um störende Schatten zu vermeiden. Zudem sollten Kinder niemals mit rechtshändigen Mitschülern verglichen oder zum Nachahmen gezwungen werden.
Die Händigkeit ist im Gehirn fest verankert. Ein erzwungener Wechsel auf die rechte Hand kann zu Konzentrationsproblemen, erhöhtem Stress, Sprachblockaden oder Unsicherheiten beim Schreibenlernen führen.
Wenn das Schreibblatt leicht nach rechts geneigt wird, bleibt das Handgelenk entspannt unterhalb der Schreibzeile. Das verhindert eine verkrampfte Hakenhaltung und das Verwischen frischer Tinte.
Eine echte Linkshänderschere ist das wichtigste Werkzeug, da bei Rechtshänderscheren die Klingen den Schnitt verdecken. Ergonomisch geformte Buntstifte und Spitzer für Linkshänder runden die Grundausstattung ab.
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