Tierische Porträts – Die Gottesanbeterin

Mitten in der Stadt, ausgerechnet in einem Restaurant, sind wir in diesem Jahr einem ziemlich ungewöhnlichen Gast begegnet: einer Gottesanbeterin! Und das nicht nur einmal. Bei mehreren Restaurantbesuchen konnten wir das faszinierende Insekt beobachten. Mit ihrem dreieckigen Kopf, den langen Beinen und ihrer fast schon andächtigen Haltung war sie ein echter Hingucker.

Eigentlich hätten wir eine Gottesanbeterin eher auf einer sonnigen Wiese oder irgendwo zwischen Gräsern und Sträuchern vermutet. Aber mitten in der Stadt? Damit hatten wir nicht gerechnet!

Als uns dann vor Kurzem eine Pressemitteilung des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) erreichte, wurde uns klar, dass unsere Begegnungen gar nicht so ungewöhnlich sind, wie wir zunächst dachten. Denn die Gottesanbeterin breitet sich in Deutschland immer weiter aus. Allein 2026 wurden dem NABU bereits mehr als 30.000 Beobachtungen gemeldet.

Da stand für uns fest: Dieses außergewöhnliche Tier hat ein eigenes Porträt verdient!

Aber warum sieht die Gottesanbeterin eigentlich aus, als würde sie beten? Wie schafft sie es, ihre Beute blitzschnell zu fangen? Und was hat es mit den geheimnisvollen Eipaketen auf sich, in denen ihr Nachwuchs überwintert?

In unserem neuen Tierporträt nehmen wir die faszinierende Jägerin einmal genauer unter die Lupe!

Gottesanbeterin 2

Was ihr auf dieser Seite findet

Die Gottesanbeterin im Porträt

Gottesanbeterin

Die Europäische Gottesanbeterin (Mantis religiosa) gehört zur Ordnung der Fangschrecken. Auch wenn ihr schlanker Körper und die langen Beine ein wenig an eine Heuschrecke erinnern, gehört sie zu einer eigenen Insektengruppe.

Weltweit gibt es mehr als 2.000 verschiedene Fangschreckenarten, die vor allem in warmen Regionen leben. Die Europäische Gottesanbeterin ist die einzige ursprünglich in Deutschland vorkommende Art dieser Insektengruppe.

Mit einer Körperlänge von bis zu acht Zentimetern zählt sie zu den größeren heimischen Insekten. Dabei sind die Weibchen meist kräftiger und größer als die Männchen. Ihre Körperfarbe reicht von leuchtendem Grün bis zu verschiedenen Braun- und Beigetönen.

Besonders auffällig sind der lang gestreckte Körper, der bewegliche Dreieckskopf und die beiden kräftigen Vorderbeine. Sie verleihen dem Tier ein fast außerirdisches Aussehen und erfüllen gleichzeitig einen ganz bestimmten Zweck: Sie machen die Gottesanbeterin zu einer ausgezeichneten Jägerin.

Warum heißt sie eigentlich Gottesanbeterin?

Ihren ungewöhnlichen Namen verdankt die Gottesanbeterin ihrer typischen Körperhaltung. Häufig sitzt sie aufrecht auf einem Pflanzenstängel und hält ihre beiden Vorderbeine angewinkelt vor dem Körper. Das sieht aus, als hätte sie die Hände zum Gebet gefaltet.

Doch von friedlicher Andacht kann keine Rede sein! Was wie eine betende Haltung aussieht, ist in Wirklichkeit die perfekte Ausgangsposition für einen blitzschnellen Beutefang.

Die Vorderbeine sind nämlich keine gewöhnlichen Laufbeine. Es handelt sich um sogenannte Fangbeine, die mit kräftigen Dornen ausgestattet sind. Sobald ein geeignetes Beutetier nahe genug herankommt, schnellen diese nach vorne und klappen wie eine Greifzange zusammen.

Für die Beute gibt es dann meist kein Entkommen mehr.

Auch der wissenschaftliche Name Mantis religiosa spielt auf diese besondere Haltung an. Das lateinische Wort „religiosa“ bedeutet so viel wie „religiös“ oder „fromm“.

Ein Körper, perfekt für die Jagd

Die Gottesanbeterin ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie gut der Körper eines Tieres an seine Lebensweise angepasst sein kann. Vom Kopf bis zu den Beinen ist nahezu alles auf das Aufspüren und Erbeuten anderer Insekten ausgerichtet.

Ein Kopf mit Rundumblick

Gottesanbeterin Gesicht

Eines ihrer auffälligsten Merkmale ist der dreieckige Kopf mit den beiden großen, seitlich angeordneten Facettenaugen.

Diese Augen bestehen aus vielen kleinen Einzelaugen und ermöglichen es der Gottesanbeterin, ihre Umgebung genau zu beobachten. Besonders Bewegungen nimmt sie hervorragend wahr.

Doch die Gottesanbeterin besitzt noch eine andere erstaunliche Fähigkeit: Sie kann räumlich sehen – und zwar in echtem 3D!

Bislang sind Gottesanbeterinnen die einzigen Insekten, bei denen dieses sogenannte Stereosehen wissenschaftlich nachgewiesen wurde. Dabei liefern beide Augen leicht unterschiedliche Bilder, aus denen das Gehirn die Entfernung zu einem Gegenstand bestimmen kann.

Für die Gottesanbeterin ist das überlebenswichtig. Schließlich muss sie bei der Jagd genau einschätzen können, ob sich ihre Beute bereits in Reichweite der Fangbeine befindet. Ein kleiner Fehler bei der Entfernung – und die nächste Mahlzeit ist verschwunden!

Dabei hilft ihr noch ein weiterer Trick: Sie bewegt Kopf und Vorderkörper leicht von einer Seite zur anderen. Dadurch verändert sich ihr Blick auf die Umgebung, sodass sie Entfernungen zusätzlich einschätzen kann. Dieses Verhalten nennen Forschende Peering.

Auch sonst ist ihr Kopf außergewöhnlich beweglich: Die Gottesanbeterin kann ihn erstaunlich weit nach links und rechts drehen. Während viele andere Insekten dafür ihren ganzen Körper bewegen müssen, kann sie ihre Umgebung beobachten, ohne ihren gut getarnten Platz zu verlassen.

Ein beweglicher Kopf, hervorragende Augen und echtes 3D-Sehen – diese Jägerin ist bestens ausgestattet!

Tarnung statt auffälliger Farben

Brraune Gottesanbeterin

Ob sattgrün, hellbraun oder beigefarben – die Körperfärbung der Gottesanbeterin hilft ihr dabei, mit ihrer Umgebung zu verschmelzen.

Eine grüne Gottesanbeterin ist zwischen frischen Blättern und Grashalmen oft kaum zu erkennen. Braune Exemplare fallen zwischen trockenen Pflanzenstängeln ebenfalls wenig auf.

Doch kann die Gottesanbeterin ihre Farbe verändern wie ein Chamäleon?

Ganz so einfach ist es nicht! Während ihrer Entwicklung vom Jungtier zum erwachsenen Insekt kann sich ihre Färbung verändern. Dabei spielen unter anderem die Häutungen und Umweltbedingungen wie Temperatur, Feuchtigkeit und Licht eine Rolle.

Ein ausgewachsenes Tier kann seine Farbe dagegen nicht plötzlich von Grün auf Braun umstellen. Allenfalls langsame, begrenzte Veränderungen sind möglich.

Doch nicht nur ihre Farbe hilft der Gottesanbeterin, unentdeckt zu bleiben. Auch ihre Bewegungen können zur Tarnung beitragen.

Gottesanbeterin 3

Bei Fangschrecken lässt sich manchmal beobachten, wie sie ihren Körper langsam hin und her wiegen – fast so, als wären sie selbst ein Grashalm, der sich im Wind bewegt. Dieses Verhalten wird als Windmimikry bezeichnet. Indem die Tiere die Bewegungen von Pflanzen nachahmen, können sie zwischen Gräsern und Zweigen noch unauffälliger wirken.

Diese Tarnung ist gleich doppelt nützlich: Sie schützt vor möglichen Fressfeinden und hilft der Gottesanbeterin gleichzeitig dabei, unbemerkt auf Beute zu lauern.

Übrigens: Die Gottesanbeterin ist längst nicht die einzige Meisterin der Tarnung! Auch viele andere Tiere haben erstaunliche Tricks entwickelt, um sich vor Feinden zu verstecken oder unbemerkt auf Beute zu lauern. Welche raffinierten Strategien die Natur noch bereithält, erfahrt ihr in unserem Beitrag „Tarnen oder Warnen? Geniale Überlebenstricks aus dem Tierreich“.

Blitzschnell zugeschlagen: So jagt die Gottesanbeterin

Gottesanbeterin mit Futter

Anders als viele andere räuberische Tiere verfolgt die Gottesanbeterin ihre Beute normalerweise nicht über längere Strecken. Stattdessen setzt sie auf eine energiesparende Jagdtechnik: geduldiges Warten.

Als sogenannte Lauerjägerin sitzt sie häufig minutenlang nahezu bewegungslos zwischen den Pflanzen. Ihre Augen verfolgen aufmerksam, was in ihrer Umgebung geschieht.

Nähert sich ein passendes Insekt, richtet sie ihren Kopf darauf aus und schätzt die Entfernung ab. Sobald die Beute in Reichweite ist, schießen ihre Fangbeine nach vorne. Der gesamte Zugriff dauert nur einen winzigen Augenblick.

Mit den Dornen an den Fangbeinen hält sie das gefangene Tier fest und beginnt anschließend, es mit ihren kräftigen Mundwerkzeugen zu fressen.

Was steht auf dem Speiseplan?

Die Gottesanbeterin ist eine reine Fleischfresserin. Auf ihrem Speiseplan stehen vor allem andere Insekten und kleine Gliederfüßer.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Fliegen und Mücken: Kleine fliegende Insekten gehören zu ihrer möglichen Beute.
  • Heuschrecken und Grillen: Auch größere und kräftigere Insekten kann sie überwältigen.
  • Schmetterlinge und Motten: Selbst geflügelte Besucher sind nicht vor ihren Fangbeinen sicher.
  • Bienen und andere Hautflügler: Auch sie können gelegentlich erbeutet werden.
  • Spinnen: Neben Insekten stehen manchmal auch andere kleine Gliederfüßer auf dem Speiseplan.

Dabei ist die Gottesanbeterin keineswegs wählerisch. Entscheidend ist vor allem, ob die Beute die richtige Größe hat und sich überwältigen lässt.

Frisst sie wirklich ihren Partner?

Eine besonders außergewöhnliche Eigenschaft hat der Gottesanbeterin ihren Ruf als gefährliche Partnerin eingebracht: Manchmal frisst das Weibchen während oder nach der Paarung das Männchen.

Dieses Verhalten wird als sexueller Kannibalismus bezeichnet.

So ungewöhnlich es klingt, es kommt tatsächlich vor. Allerdings passiert es längst nicht bei jeder Paarung. Viele Männchen überstehen die Begegnung unbeschadet.

Warum die Weibchen ihre Partner manchmal fressen, ist Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Eine Rolle spielt dabei unter anderem der Ernährungszustand des Weibchens. Das zusätzliche Futter kann wertvolle Energie für die Fortpflanzung liefern.

Wo lebt die Gottesanbeterin?

Die Gottesanbeterin liebt vor allem eines: Wärme!

Besonders wohl fühlt sie sich auf sonnigen Wiesen, an trockenen Waldrändern, auf brachliegenden Flächen oder in locker bewachsenen Landschaften. Auch naturnahe Gärten können geeignete Lebensräume bieten.

Wichtig sind ausreichend Sonnenlicht, geeignete Pflanzen als Versteck und natürlich genügend Beutetiere.

Dichte, schattige Wälder gehören dagegen nicht zu ihren bevorzugten Lebensräumen.

Am besten lassen sich ausgewachsene Gottesanbeterinnen im Spätsommer und Frühherbst beobachten. Dann haben sie ihre Entwicklung abgeschlossen und sind häufig auf der Suche nach Nahrung oder einem geeigneten Partner.

Wer aufmerksam zwischen Gräsern, Stauden und Sträuchern Ausschau hält, kann mit etwas Glück eines der ungewöhnlichen Insekten entdecken.

Nachwuchs aus einem geheimnisvollen Eipaket

Gottesanbeterin Eier

Auch bei der Fortpflanzung hat die Gottesanbeterin eine besondere Lösung gefunden, um ihren Nachwuchs zu schützen.

Im Spätsommer und Herbst legen die Weibchen ihre Eier nicht einzeln ab, sondern verpacken sie in eine schützende Hülle, die sogenannte Oothek.

Ein Kinderzimmer, das aussieht wie Bauschaum

Für die Eiablage sucht sich das Weibchen einen geeigneten Platz, beispielsweise an einem Pflanzenstängel, Zweig, Stein oder Zaunpfahl.

Dort gibt es eine zunächst weiche, schaumartige Masse ab, in die es seine Eier einbettet. Anschließend härtet diese Masse aus und bildet eine feste Schutzhülle.

Das fertige Eipaket sieht ein wenig aus wie ein kleiner, beigebrauner Klumpen Bauschaum. Im Inneren können sich rund 200 Eier befinden.

Die Oothek schützt den Nachwuchs während der kalten Jahreszeit vor äußeren Einflüssen. Denn während die erwachsenen Gottesanbeterinnen im Herbst sterben, überdauern ihre Eier den Winter.

Vom Ei zur kleinen Gottesanbeterin

Wenn es im Frühjahr wieder wärmer wird, meist ab Mai, schlüpfen die Jungtiere aus ihren Eiern.

Sie sehen bereits aus wie winzige Gottesanbeterinnen, besitzen jedoch noch keine vollständig entwickelten Flügel.

Anders als Schmetterlinge durchlaufen sie kein Puppenstadium. Stattdessen wachsen sie schrittweise heran und häuten sich dabei mehrmals.

Das ist notwendig, weil ihr festes Außenskelett nicht mitwachsen kann. Bei jeder Häutung streifen sie ihre alte Körperhülle ab und gewinnen Platz für die nächste Wachstumsphase.

Nach der letzten Häutung, meist im Hoch- oder Spätsommer, sind die Tiere ausgewachsen und können sich selbst fortpflanzen.

Damit beginnt der Kreislauf von Neuem.

Die Gottesanbeterin breitet sich in Deutschland aus

Gottesanbeterin 4

Noch vor einigen Jahrzehnten war eine Begegnung mit einer Gottesanbeterin in Deutschland etwas ganz Besonderes. Lange Zeit kam sie vor allem in wärmebegünstigten Gebieten vor, etwa am Kaiserstuhl in Baden-Württemberg.

Inzwischen hat sich das deutlich verändert.

Die wärmeliebenden Fangschrecken breiten sich zunehmend in andere Regionen aus. Dabei spielt auch der Klimawandel eine wichtige Rolle: Mildere Winter und höhere Temperaturen können die Entwicklung und Ausbreitung der Tiere begünstigen.

Mehr als 30.000 Beobachtungen im Jahr 2026

Wie stark die Gottesanbeterin inzwischen ins Blickfeld der Naturbeobachter gerückt ist, zeigen aktuelle Zahlen des Naturschutzbundes Deutschland (NABU).

Nach Angaben des NABU wurden 2026 bereits mehr als 30.000 Funde über das Beobachtungsportal NABU-Naturgucker gemeldet – nahezu viermal so viele wie im Vorjahr.

Besonders spannend: Bisher gab es in Deutschland zwei größere, voneinander getrennte Verbreitungsgebiete im Osten und Westen. Diese bewegen sich immer weiter aufeinander zu.

Auch in Regionen, in denen die Gottesanbeterin früher kaum zu finden war, werden inzwischen Tiere entdeckt.

Die steigenden Beobachtungszahlen zeigen, wie sehr sich ihre Verbreitung verändert. Allerdings bedeutet nicht jede Meldung automatisch ein anderes Tier, und auch die zunehmende Aufmerksamkeit der Menschen kann die Zahl der Meldungen beeinflussen.

Gottesanbeterin entdeckt? Beobachtungen melden!

Wer eine Gottesanbeterin in der Natur entdeckt, kann einen kleinen Beitrag zur Erforschung ihrer Verbreitung leisten.

Der NABU sammelt Beobachtungen und freut sich besonders über Fotos der Tiere oder ihrer Eipakete. Denn wenn in einer Region auch Ootheken gefunden werden, ist das ein wichtiger Hinweis darauf, dass sich die Gottesanbeterin dort fortpflanzt.

Beobachtungen können über die Meldeseite des NABU eingereicht werden.

Wichtig: Die Europäische Gottesanbeterin steht in Deutschland unter besonderem gesetzlichen Schutz. Deshalb sollten weder die Tiere noch ihre Eipakete eingesammelt oder beschädigt werden.

Am schönsten ist es ohnehin, die faszinierenden Insekten in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten und zu fotografieren.

Gottesanbeterin Fluegel

Fun-Facts: Vier erstaunliche Geheimnisse der Gottesanbeterin

  • Ein Ohr an ungewöhnlicher Stelle: Die Gottesanbeterin besitzt ein einzelnes Hörorgan an der Unterseite ihres Brustabschnitts. Damit kann sie sogar Ultraschall wahrnehmen – Töne, die für unsere Ohren nicht hörbar sind.
  • Fünf Augen statt zwei: Neben ihren beiden großen Facettenaugen besitzt die Gottesanbeterin drei winzige Punktaugen. Wer genau hinschaut, kann diese kleinen zusätzlichen Augen auf ihrem Kopf entdecken.
  • Ganz schön furchteinflößend: Fühlt sie sich bedroht, kann die Gottesanbeterin ihre Flügel ausbreiten und die Fangbeine hochreißen. Dabei zeigt sie auffällige Flecken, die wie große Augen aussehen. So wirkt sie plötzlich viel größer und gefährlicher.
  • Akrobatik schon im Kindesalter: Junge Fangschrecken können erstaunlich geschickte Springerinnen sein. Forschende haben bei einer Fangschreckenart entdeckt, dass die Jungtiere während ihrer Sprünge Beine und Hinterleib gezielt bewegen, um sicher auf ihrem nächsten Grashalm zu landen.

Fazit – Die Gottesanbeterin

Die Gottesanbeterin gehört zweifellos zu den außergewöhnlichsten Insekten unserer heimischen Tierwelt. Mit ihrem beweglichen Dreieckskopf, ihrer nahezu perfekten Tarnung und den blitzschnellen Fangbeinen ist sie bestens an das Leben als geschickte Jägerin angepasst.

Besonders faszinierend ist, wie viele Überraschungen sich hinter ihrer scheinbar friedlichen Haltung verbergen. Vom geduldigen Lauern auf Beute bis hin zur außergewöhnlichen Eiablage zeigt sie, wie vielfältig und erfinderisch die Natur sein kann.

Dass sich die Gottesanbeterin inzwischen in immer mehr Regionen Deutschlands beobachten lässt, macht sie zu einem spannenden Beispiel dafür, wie sich die Verbreitung von Tierarten verändert.

Wer beim nächsten Spaziergang aufmerksam durch Gräser, Stauden und sonnige Wiesen schaut, entdeckt vielleicht selbst eine dieser ungewöhnlichen Jägerinnen. Und manchmal lohnt es sich eben, ganz genau hinzusehen!

Lust auf weitere tierische Entdeckungen?

Ob heimliche Waldbewohner, geschickte Jäger oder außergewöhnliche Insekten – unsere Natur steckt voller Überraschungen!

In unserer Rubrik Tierporträts stellen wir euch regelmäßig faszinierende Tiere vor und verraten spannende Einzelheiten über ihren Körperbau, ihre Lebensweise und ihre besonderen Fähigkeiten.

Wer mit Kindern selbst auf Entdeckungstour gehen möchte, findet in unserem Shop passende Materialien zum Forschen, Beobachten und Kennenlernen der Natur.

Habt ihr schon einmal eine Gottesanbeterin in freier Natur entdeckt? Erzählt uns gerne auf Instagram oder Facebook von eurer Begegnung. Wir freuen uns auf eure tierischen Entdeckungen!

Quellen und weiterführende Informationen

Für alle, die noch mehr über die faszinierende Gottesanbeterin erfahren möchten, haben wir hier einige weiterführende Informationen zusammengestellt.

Häufige Fragen zur Gottesanbeterin

Ist die Gottesanbeterin für Menschen gefährlich?

Nein, die Europäische Gottesanbeterin ist für Menschen normalerweise ungefährlich. Sie besitzt keinen Giftstachel und greift Menschen nicht gezielt an. Wird sie bedrängt oder festgehalten, kann sie allerdings versuchen, sich mit ihren Fangbeinen oder Mundwerkzeugen zu verteidigen.

Warum heißt die Gottesanbeterin so?

Ihren Namen verdankt sie ihrer typischen Haltung. Die angewinkelten Vorderbeine sehen aus wie zum Gebet gefaltete Hände. Tatsächlich sind es Fangbeine, mit denen sie andere Insekten erbeutet.

Wo kann man Gottesanbeterinnen in Deutschland finden?

Gottesanbeterinnen bevorzugen warme, sonnige Lebensräume wie Trockenwiesen, Waldränder, Brachflächen und naturnahe Gärten. Durch ihre zunehmende Ausbreitung lassen sie sich inzwischen in vielen Regionen Deutschlands entdecken.

Was ist eine Oothek?

Eine Oothek ist das schützende Eipaket der Gottesanbeterin. Sie besteht aus einer ausgehärteten, schaumartigen Masse, in der sich zahlreiche Eier befinden. Die Oothek überdauert den Winter, bevor im Frühjahr die kleinen Gottesanbeterinnen schlüpfen.

Können Gottesanbeterinnen fliegen?

Ja, ausgewachsene Europäische Gottesanbeterinnen besitzen Flügel. Die leichteren Männchen können meist besser fliegen als die größeren, schwereren Weibchen.

Warum breitet sich die Gottesanbeterin in Deutschland aus?

Die Gottesanbeterin bevorzugt warme Temperaturen. Durch den Klimawandel und zunehmend günstige klimatische Bedingungen kann sie neue Lebensräume besiedeln. Auch andere Faktoren, etwa der Transport durch Menschen, können bei ihrer Ausbreitung eine Rolle spielen.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Abonniere unseren Newsletter

Jetzt anmelden und über Angebote, Neuheiten & Basteltipps vom ALS-Verlag immer als Erstes informiert sein!