Tierische Porträts – Der Rotfuchs

Der Fuchs … längst ein fester Bestandteil unserer Städte – oft gesehen, selten wirklich gekannt.

Es ist spät am Abend. Ihr bringt noch schnell den Müll raus, als sich plötzlich etwas Rotes zwischen den parkenden Autos bewegt. Ein kurzer Blick, eine weiße Schwanzspitze – zack, weg ist er. Kein Hund, keine Katze. Willkommen im Rotfuch-Revier.

Ob Großstadt, Vorort oder Dorf: Füchse sind längst keine scheuen Waldbewohner mehr. Sie streifen durch Gärten, schleichen durch Parks und tauchen manchmal genau dann auf, wenn man sie am wenigsten erwartet. Aber was steckt eigentlich hinter dem Ruf des schlauen „Meister Reineke“? Zeit für ein genaueres Porträt.

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Was ihr auf dieser Seite findet

Der schlaue Jäger im Porträt

Der Rotfuchs (Vulpes vulpes) gehört zur Familie der Hundeartigen – verhält sich aber manchmal eher wie eine Katze. Mit seiner buschigen „Lunte“, den spitzen Ohren und dem rötlichen Fell ist er kaum zu verwechseln. Besonders auffällig: die weiße Schwanzspitze und die dunklen „Stiefel“ an den Beinen.

Ein ausgewachsener Fuchs wiegt etwa 5 bis 10 Kilogramm – also ungefähr so viel wie ein großer Kater. Seine senkrechten Pupillen (ja, wie bei Katzen!) machen ihn zum echten Nachtspezialisten und helfen ihm, auch bei wenig Licht zielgenau zuzuschlagen.

Wo ist der Fuchs zu Hause?

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Kurz gesagt: fast überall. Füchse sind echte Anpassungskünstler. Sie leben in Wäldern, auf Feldern – und immer häufiger mitten unter uns. Stadtfüchse haben Parks, Friedhöfe, Bahntrassen und ruhige Gärten für sich entdeckt.

Als Zuhause dient ihnen ein Bau, den sie entweder selbst graben oder ganz dreist von Dachsen „übernehmen“. Manchmal wohnen beide sogar gleichzeitig darin – eine tierische Wohngemeinschaft mit getrennten Zimmern.

Passend dazu: Beitrag: Wilde Tiere zu Besuch: Wie sie unsere Städte erobern und warum das gut ist

Was steht auf dem Speiseplan?

Füchse sind echte Allesfresser. Auf dem Speiseplan stehen vor allem Mäuse – inklusive des berühmten Mäuselsprungs (Erklärung folgt weiter unten). Aber auch Regenwürmer, Käfer, Vögel oder Feldhasen landen nicht selten im Fuchsmagen.

Im Sommer und Herbst wird es vegetarischer: Beeren, Fallobst und Früchte sind dann heiß begehrt. Stadtfüchse zeigen sich besonders erfinderisch und nutzen Komposthaufen oder Biotonnen als praktische Snack-Station.

Fuchsfamilie: Von Welpen und Erdbauten

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Einmal im Jahr, meist im Frühjahr, bringt die Fähe vier bis sechs Welpen zur Welt. Die Kleinen sind anfangs blind und tragen ein dichtes, graubraunes Fell. Während die Mutter den Nachwuchs wärmt und beschützt, sorgt der Rüde für Futter.

Nach etwa vier Wochen wird es den Jungfüchsen im Bau zu langweilig – dann geht es raus zum Spielen, Toben und Weltentdecken.

Kommunikation: Bellt ein Fuchs?

Und wie! Füchse haben ein beachtliches Repertoire an Lauten. Besonders bekannt ist das kurze, heisere Bellen, das man oft nachts oder im Winter hört. Bei Streit oder Paarung können die Geräusche fast wie Schreie klingen. Innerhalb der Familie wird leiser kommuniziert: mit Winseln, Fiepen oder sanftem Schnattern.

Spannende Fuchs-Facts

  • Supergehör: Füchse hören Mäuse unter einer dicken Schneedecke oder aus über 100 Metern Entfernung.
  • Magnetsinn: Wissenschaftler vermuten, dass Füchse das Magnetfeld der Erde nutzen, um die Entfernung zu ihrer Beute beim Sprung genau einzuschätzen.
  • Kletterkünstler: Füchse können erstaunlich gut klettern und balancieren mühelos auf Zäunen oder Mauern.
  • Sprungwunder: Bis zu zwei Meter hoch aus dem Stand – so ist selbst ein hoher Gartenzaun kein Hindernis.
  • Mäuselsprung: Hört der Fuchs eine Maus im Schnee oder hohen Gras, springt in einem steilen Winkel ab, gleicht den Sprung mit seinem buschigen Schwanz aus und landet mit den Vorderpfoten meist direkt auf der Maus- dieses Jagdverhalten ähnelt dem einer Katze.

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Fazit

Der Fuchs ist weit mehr als ein listiger Märchenheld oder ein nächtlicher Schatten im Garten. Er ist intelligent, flexibel und perfekt an das Leben in unserer modernen Welt angepasst. Und er spielt eine wichtige Rolle im Ökosystem – auch mitten in der Stadt.

Wenn ihr also das nächste Mal zwei leuchtende Augen im Schein einer Laterne entdeckst, wisst ihr: Da ist ein echter Profi unterwegs.

(15.01.2026/MP)

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