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„Leuchten Rentiernasen echt im Dunkeln?“ Lukas, fünf Jahre alt, steht im Gruppenraum, in der Hand ein Stoff-Rentier mit rot blinkender LED-Nase. „Nee, natürlich nicht!“, ruft seine Freundin Mia von der Bauecke herüber, während sie einen Bagger einparkt. „Aber Rudolph hat doch eine Lampe vorne dran!“, beharrt Lukas auf seinem Standpunkt.
Und weil die beiden diese Diskussion unmöglich allein regeln können, wird kurzerhand Erzieherin Rita mit Fragen gelöchert: Gibt es wirklich rotnasige Rentiere? Warum hat Rudolph eine leuchtende Nase? Und was fressen diese Tiere so?
Puh, so ganz Rentier-sattelfest ist Rita auch nicht. Sie weiß, dass diese Tiere ein Geweih tragen und dass Santa sie als Uber-Ersatz nutzt, doch mehr ist vorerst nicht abrufbar. Aber zum Glück lässt sich ja alles recherchieren. Zeit für eine kleine Expedition ins Reich der Rentiere!

Rentiere wirken wie die sportliche Version unserer heimischen Hirsche. Dickes Fell? Check. Schneetaugliche Hufe? Ebenfalls check. Sie sind meist braun-grau, können im Winter aber überraschend hell werden – fast weiß, so fallen sie im Schnee nicht auf.
Bei Rentieren tragen sowohl Männchen als auch Weibchen ein Geweih, was bei Hirschen eher selten ist. Die Geweihe können bis zu 130 cm lang werden und bis zu 15 kg auf die Waage bringen.

Rentiere mögen es kalt und sie sind in den nördlichen Regionen zu Hause: Arktis, Sibirien, Skandinavien, Alaska, Kanada. Im Sommer grasen sie in der Tundra. Im Winter ziehen sie in riesigen Herden in tiefere, schneereiche Gebiete – und wandern kilometerweit. Manche Herden legen bis zu 5.000 Kilometer pro Jahr zurück – der Rekord im Tierreich! Rentiere leben in Gruppen, die je nach Jahreszeit aus ein paar Dutzend oder mehreren Tausend Tieren bestehen können.
Exkurs: Rentiere und Karibus sind eigentlich die gleiche Tierart – sie leben nur an unterschiedlichen Orten. In Europa und Asien heißen sie Rentiere. In Nordamerika werden sie Karibus genannt.
Rentiere sind echte Überlebenskünstler. Im Sommer gibt’s Pflanzen, Kräuter, Moose und Pilze. Im Winter knabbern sie vor allem Flechten, insbesondere „Rentierflechte“ (auch Rentiermoos genannt). Um an diese leckere Pflanze zu gelangen, scharren Rentiere mit ihren Hufen sogar den Schnee weg.

Im Herbst kämpfen die Männchen mit ihren Geweihen um die Damen – jedoch nicht so dramatisch wie in Dokus über Rothirsche. Nach rund 230 Tagen kommt ein Kälbchen zur Welt, meist im späten Frühjahr. Das kleine Rentier kann bereits nach wenigen Stunden stehen und laufen.

Sie verständigen sich über verschiedene Laute (Grunzen, Schnaufen, Meckern), mithilfe der Körpersprache und über ein klackerndes Geräusch, das beim Laufen entsteht, weil sich ihre Sehnen bei jedem Schritt überspannen und wieder entspannen. Dieses Geräusch hilft den Tieren, auch bei schlechter Sicht oder in der Dunkelheit, den Anschluss an die Herde zu halten.
Rentiere haben nicht viele echte Freunde – außer vielleicht Santa und gelegentliche Naturfilmer. Ihre natürlichen Feinde sind Wölfe, Bären und auch der Klimawandel ist leider ein echter Gegner.
Überraschung: Rudolph ist keine alte nordische Legende, sondern eine Erfindung der 1930er Jahre. Ein Chicagoer Kaufhaus (Montgomery Ward) brauchte eine Weihnachtsgeschichte für Kinder und ließ sie – um Kosten zu sparen – von einem Mitarbeiter schreiben. Das Buch wurde schnell ein Bestseller und verkaufte sich schon im ersten Jahr bereits 2 Millionen Mal. Das weltweit bekannte Weihnachtslied „Rudolph the red-nosed Reindeer“ wurde von Robert Mays Schwager John Mark komponiert und der Song erlangte in der 1949 erschienenen Interpretation von Gene Autry Millionenseller-Status.


Rentiere sind viel mehr als nur Santas Transporttruppe. Sie sind extrem robuste und faszinierende Tiere – perfekt angepasst an eisige Welten.
(29.11.2025/DD)
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