Familienvielfalt: So viel mehr als nur Vater, Mutter, Kind

Es ist Montagmorgen und im Erzählkreis berichten die Kinder der 3a von ihrem Wochenende. Schon ihre kleinen Erlebnisse machen uns mit schöner Selbstverständlichkeit klar: Familienvielfalt ist heute sehr viel mehr als nur Vater, Mutter, Kind. Familie kennt heute viele Kombinationen. Sie hat viele Gesichter und kann so vielfältig und unterschiedlich aussehen – und das ist gut so!

Ein Kind erzählt, dass es mit seinen Mamas im Kino war, ein anderes spricht von einem Besuchswochenende beim Papa in Köln und ein weiteres freut sich, dass es den Samstag mit der Nachbarin Gabi im Thermalbad verbringen durfte, weil der Papa Wochenendschicht im Krankenhaus hatte.

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Schon diese kleinen Erlebnisse machen uns mit schöner Selbstverständlichkeit klar: Familie ist heute sehr viel mehr als nur Vater, Mutter, Kind. Familie kennt heute viele Kombinationen. Sie hat viele Gesichter und kann so vielfältig und unterschiedlich aussehen – und das ist gut so!

Familienvielfalt

Ob Ein-Eltern-, Patchwork- oder Regenbogenfamilie, ob das Wechsel-, Wochenend- oder Nestmodell gelebt wird, ob Menschen zusammenwohnen oder sich nur ab und zu sehen – Familie ist dort, wo man zusammengehört und sich liebt.

Und es spielt dabei keine Rolle, ob alle Familienmitglieder immer schon zusammen waren oder erst später zueinander gefunden haben. Es geht auch nicht darum, ob man „blutsverwandt“ ist oder sich einfach gut versteht. Was zählt, ist die Liebe und das Gefühl, zusammenzugehören.

Ein-Eltern-Familie – starke Einzelkämpferin

Die Ein-Eltern-Familie, auch Alleinerziehende Familie genannt – ist eine Familie, in der ein Elternteil allein die Verantwortung für die Erziehung und den Haushalt trägt. Das ist häufig nach einer Trennung, einer Scheidung oder dem Verlust eines Elternteils der Fall.

Allein erziehende Eltern sind wahre Multitalente, die oft mit viel Engagement und Liebe ihren Kindern eine stabile und sichere Umgebung bieten – auch wenn es manchmal ein wenig mehr Organisation und ein soziales Netzwerk aus Freunden, Nachbarn, Betreuungseinrichtungen etc. braucht.

Patchwork-Familie – Familie als bunter Flickenteppich

In einer Patchworkfamilie finden sich Kinder aus unterschiedlichen Beziehungen zusammen. Das Bild des „Flickenteppichs“ beschreibt es ganz treffend: Verschiedene Stoffteile – also Kinder aus früheren Beziehungen – werden zu einem neuen Ganzen verbunden.

Diese Form der Familie kann sehr harmonisch sein, wenn alle Beteiligten bereit sind, sich gegenseitig zu respektieren und eine gemeinsame Basis zu finden.

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Regenbogenfamilie – kunterbunte Vielfalt

Regenbogenfamilien sind genauso vielfältig wie das Leben selbst. Sie bestehen aus Eltern, die sich als lesbisch, schwul, bisexuell, trans*, inter* oder nichtbinär identifizieren. Geprägt durch Liebe und Akzeptanz, sind sie ein Paradebeispiel dafür, dass Familie nicht nur eine biologische, sondern vor allem eine soziale und emotionale Bindung ist.

Der Begriff „Regenbogen“ stammt übrigens von der Regenbogenflagge, die weltweit als Symbol für die LGBTQ+ Community bekannt ist.

Wechsel- und Nestmodell – flexible Betreuungsformen

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Manchmal bedeutet die Trennung von den Eltern auch eine Neuordnung der Familie. Beim Wechselmodell wechseln die Kinder nach festgelegten Zeiten zwischen beiden Elternteilen. Beide haben somit die gleiche Verantwortung und die Kinder leben abwechselnd bei beiden Elternteilen.

Eine andere Möglichkeit ist das Nestmodell, bei dem die Kinder im „Nest“ – also in der gemeinsamen Wohnung – bleiben und sich nur die Eltern abwechseln. Beide Modelle erfordern viel Organisation, bieten aber auch eine Chance, Kindern ein möglichst stabiles Umfeld zu bieten.

Pflege- und Adoptivfamilie – ein neues Zuhause

Eine Pflegefamilie bietet einem Kind vorübergehend oder dauerhaft ein neues Zuhause, während die rechtliche Bindung zu den leiblichen Eltern bestehen bleibt. Eine Adoptivfamilie hingegen übernimmt alle Elternrechte und -pflichten und schenkt dem Kind eine neue, rechtlich gültige Familie.

Trennung und Neubeginn – wenn sich alles verändert

Klar ist: Kinder nehmen ihre Familie nicht durch die Brille gesellschaftlicher Normen wahr. Kinder sind wunderbar flexibel und so ist für sie Familie einfach das, was sie kennen. Aber Trennungen können dennoch eine Herausforderung darstellen. Wenn Eltern sich scheiden lassen oder eine Bezugsperson wegfällt, fühlen sich Kinder nicht selten verloren oder unsicher.

Auch wenn sich Mama oder Papa neu verlieben und die Kinder sich plötzlich in einer anderen Familienstruktur z. B. mit neuen Geschwistern wiederfinden, kann es für sie eine schwere Umstellung sein.

Es braucht Geduld, Verständnis und Raum für Gespräche. Denn oft ist es nicht die Veränderung an sich, sondern die Gefühle, die damit einhergehen – Traurigkeit, Unsicherheit, Verlustangst, Verwirrung oder Wut – die Kinder aus der Bahn werfen. In solchen Momenten brauchen sie Unterstützung, eine Anlaufstelle, bei der sie sich ihren Kummer von der Seele reden und Trost finden können.

Familienstrukturen thematisieren – auch in Kindergarten und Schule

Kinder sind neugierig und wollen wissen, wie es bei anderen aussieht. Werden Fragen gestellt, hilft es, offen über verschiedene Familienstrukturen zu sprechen. Ein besonders hilfreiches Buch für diese Gespräche ist „Ach, das ist Familie?!“ von Britta Kiwit. Mit kindgerechten, feinfühligen Texten und liebevollen Illustrationen von Emily Claire Völker wird auf jeder Doppelseite ein neues Thema behandelt. Die dazugehörigen Info-Kästen bieten Eltern und Bezugspersonen Unterstützung, sensibel auf die Fragen der Kinder zu reagieren.

Buchtipp

Extra Bild Buchtipp Familie 4 Titel: Ach, das ist Familie?! – Vielfalt, Zusammenleben und
Aufklärung – Mit Tipps für Eltern und Bezugspersonen

Text: Britta Kiwit

Illustration: Emily Claire Völker

Herausgeber: EMF-Verlag, 1. Auflage 2023

ISBN: 978-3-7459-1285-2

Preis: 16 €

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(25.09.2025/DD)

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