Wer war/ist euer Comic-Favorit?

Für welchen Comic-Charakter habt ihr in eurer Jugend geschwärmt? Und für welche Figuren könnt ihr oder eure Kids euch heute noch begeistern? Verratet es uns – wir sind gespannt! Zur Einstimmung gibts hier einen kleinen Exkurs in Sachen Comic-Geschichte.

The Yellow Kid: Glatze, Sack-Hemd, Segelohren

Na, wo haben Comics wohl ihren Siegeszug begonnen? Richtig: Natürlich in den Vereinigten Staaten von Amerika (auch wenn sie nicht dort erfunden worden sein sollen). Wenn meine Recherchen stimmen, ging die Comic-Mania in den USA Ende des 19. Jahrhunderts los – und zwar mit The Yellow Kid. Erfinder des etwas tölpelhaften, glatzköpfigen und „segelohrigen“ Jungen im gelben Sack-Hemd war der Zeichner Felton Outcut – unterstützt vom Verleger Joseph Pulitzer. Pulitzer? Richtig! Genau der, nach dem der weltweit wohl renommierteste Medienpreis benannt ist und mit dem seit 1917 herausragende journalistische, literarische und musikalische Beiträge ausgezeichnet werden.

Doch zurück zu den Comics. Als deren Vorgänger gelten übrigens Bilderbögen bzw. Cartoons, wie sie etwa William Hogarth schon 1780 zeichnete. Gleiches gilt für Wilhelm Busch, der um 1865 Zeichnungen wie die von Max und Moritz mit Reimen versah.

1903 erschien der erste tägliche Comicstrip auf den Sportseiten der Tageszeitung „Chicago American“. Als Jahr für das Erscheinen der ersten Comic-Serie wird 1912 genannt. Die gezeichneten und unterhaltsamen „Zeitungs-Beigaben“ kommen gut an. Doch bis es Bildergeschichten in Form von regelmäßig herauskommenden Heftchen gibt, dauert es dann doch noch bis in die 1930er-Jahre. In dieser Zeit werden grandiose Charaktere geboren. Etwa Popeye (1929), Mickey Mouse (1930) und Donald Duck, der 1938 das Licht der Welt erblickt.

Von Popeye bis Asterix und Obelix

Im gleichen Jahr wie Donald Duck betrat mit Superman auch der erste Superheld die Comic-Bühne. Ihm folgten dann recht schnell Tarzan, Batman, Spiderman, Die Fantastischen Vier und als weibliches Pendant Wonder Woman. Und was ist mit Comic-Charakteren aus Europa? Die gibts natürlich auch. Zu den wohl bekanntesten zählen hier ganz sicher Asterix und Obelix, Tim und Struppi, Lucky Luke oder der von Brösel gezeichnete Werner.

Wohl jede Generation verehrt und verklärt ihre ganz eigenen Comic-Helden. Ich persönlich habe mein Herz zumeist an Sidekicks wie die Kuh Klarabella verschenkt, die ja zu den besten Freundinnen von Minnie Mouse zählt. Ebenso hoch im Kurs standen bei mir die Panzerknacker oder Daniel Düsentrieb und sein „glühbirniges“ Helferlein. Und ganz früher war ich hin und weg von Sigurd und Tarzan, deren spannende Geschichten im schmalen Piccolo-Format erschienen.

Wir haben nachgefragt und ein paar Stimmen in unserem Umfeld gesammelt.

Diana (47): Ich liebte Lupo von Fix & Foxi so sehr, dass ich mit zarten 13 Jahren bei meinen Eltern darum gebettelt habe, unserem ersten Hund (ein Riesenschnauzer, der zum Glück ein L-Wurf war) diesen Namen geben zu dürfen. Es war ein zähes Ringen mit meinem Vater, der sich lange Zeit standhaft weigerte, unseren schwarzen, großen und gefährlich aussehenden Hund in der Öffentlichkeit „Lupo“ zu rufen.

Apropos Hund: Dem blauen Bello von Bussi-Bär gehörte ebenfalls meine Comic-Liebe. Besonders attraktiv erschien er mir zudem, weil mein Großvater es „als Verdummung“ empfand, Kinder mit blauen Hunden zu konfrontieren. 🙂

Ganz großes Mitleid hatte ich mit I-aah, dem Eselchen aus dem Hundert-Morgen-Wald. Ein befreundeter Psychologe sagte mir einmal, dass es kein gutes Zeichen sei, einen Underdog (äh … Under-donkey) so zu favorisieren. Aber wisst ihr was? Auf diese Meinung pfeif ich und liebe den kleinen, so gar nicht störrischen Esel, der immer wieder seinen Schwanz verliert, dafür umso mehr.

Sandra: Meine Sympathien im Bereich des Comics hat eindeutig „Obelix“ mit seinem „Idefix“. Ich liebte es, mit meinem Vater als Kind die Verfilmungen anzuschauen – diese Zeit gehörte dann nur uns beiden. Ich mag Obelix deswegen, weil er sich so gar nicht in eine bestimmte Schublade stecken lässt und mir aufgrund seines „runden“ Aussehens, seiner Verfressenheit und seiner Vorliebe für Druiden-Zaubertränke, die er fast nie probieren darf, – als Kind genauso wie heute – ein Lächeln auf die Lippen gezaubert hat. Außerdem ist er sehr tierlieb. Ich habe heute selbst einen Hund, der zwar nicht Idefix heißt, aber so aussieht wie dieser. Ein Zufall?

Ein Vorbild für mich als junges Mächen war „Sailor Moon“. Ich liebte es, wie schick sie in ihren Klamotten aussah, und wie selbstbewusst sie war, sobald sie sich vom japanischen Schulmädchen in die Mädchenkriegerin verwandelt hatte. Außerdem war sie heimlich verliebt, was auf mich damals auch zutraf. Sie kämpft für Liebe und Gerechtigkeit – etwas, was ich schon immer als wichtig für uns Menschen empfand.

Wen ich auch unglaublich cool fand, waren „Tom und Jerry“. Ich habe immer herzhaft über Tom lachen können und mich gefreut, wenn er Ärger mit seiner Besitzerin bekommen hat und Jerry ihm entkommen konnte. Manchmal tat er mir aber auch leid und ich fragte mich, ob eine Katze wirklich so viel ertragen kann. Für mich stehen Tom und Jerry heute noch symbolisch dafür, dass der Größere und Stärkere nicht immer unbedingt der sein muss, der als Sieger aus einer Geschichte hervorgeht.

Johannes (33): Da ich den größten Teil meiner Kindheit in den 90ern erlebt habe, ist für mich ganz klar die „Gummibärenbande“ einer meiner Favoriten. Allein die Titelmusik hat sich wahrscheinlich bis an mein Lebensende in meinem Gedächtnis eingebrannt. „Gummibären hüpfen hier und dort und überall, sie sind für dich da, wenn du sie brauchst, das sind die Gummibären.“ (Ohrwurm?!)

Wahrscheinlich hängt es mit meiner eigenen Verbundenheit für den Fußball zusammen, denn die „Kickers“ dürfen in dieser Aufzählung definitiv nicht fehlen. 12 Freunde, die ihre Leidenschaft für den Sport teilen und niemals aufgeben. Als besondere „Geheimwaffe“ hatten die Kickers den doch recht korpulenten „Sascha“ in ihrem Team, der zwar meistens kauend und mit einem viel zu kleinen Trikot auf der Auswechselbank saß, dafür aber Einwürfe über den halben Platz schleudern konnte.

Absolutes Kulturgut sind meiner Meinung nach die „Simpsons“. Neulich kam mein Sohn ins Wohnzimmer, während ich eine Folge über die gelbe Familie aus Springfield schaute und sagte zu mir: „Papa, die Minions sehen aber doch anders aus.“ – die Jugend von heute.

Andrea (40): Meine Kindheit war geprägt von He-Man, She-Ra, den Schlümpfen, der Gummibärenbande, Asterix und Obelix, den Racoons und Inspector Gadget. Ich habe es geliebt, bei meiner Oma zusammen mit meiner Schwester und meinen beiden Cousins Nachmittags mal ne Viertelstunde die Schlümpfe oder nen anderen Comic zu schauen. Wir haben dann immer 2 Sessel neben die Couch gestellt, damit wir alle nebeneinander und frontal zum Fernseher sitzen konnten. Es konnte zwar in dieser Zeit niemand mehr ins Wohnzimmer, ohne unsere Sessel-Barriere zu zerstören, aber es war sooo cool!!!

Leider war die Viertelstunde Schlümpfe-Gucken kucki, zucki wieder rum … viel zu schnell! Man konnte ja noch nicht streamen und musste alles in Echtzeit gucken … Das können sich die Kinder heutzutage gar nicht mehr vorstellen.

Oh, da fällt mir noch eine ganz lustige Serie ein, die wir oft mit meinem Papa geschaut haben: Familie Feuerstein. Da haben Fred Feuerstein und sein Kumpel Barney Geröllheimer (und deren Familien) in der Steinzeit allerhand lustige Dinge angestellt. Es gab drumherum auch so viele witzige Sachen, wie z.B. einen Müllschlucker-Drachen, der unter der Spüle saß und den Müll gefressen hat oder einen Dinosaurier als Haustier. Das waren noch Zeiten … Es war schön, sich mal wieder zurückzuerinnern 😃!

Mel (44): Als man mich fragte ob ich als Kind Comic-Helden hatte, musste ich erstmal drüber nachdenken. Ich bin in der DDR aufgewachsen und die typischen Comics wie Superman und Co. gab es bei uns nicht. Also fragte ich meine Mama und tatsächlich half sie meinem Gedächtnis auf die Sprünge. Das Mosaik-Comic-Heft mit den Abrafaxen habe ich verschlungen und sogar nachts heimlich mit der Taschenlampe unter der Bettdecke gelesen. Und ich habe mich total gefreut, dass es das Mosaik sogar heute noch gibt und habe mir gleich eins bestellt!

Und wie sieht das bei euch aus?

Lasst uns an eurer Liebe für die gezeichneten Helden teilhaben und nennt uns euer Comic-Highlight – idealerweise mit einer kleinen Anekdote oder einem kurzen Statement, warum ihr gerade diese Figur so gut fandet oder findet. Wir verlosen unter den Instagram Kommentaren 3 Asterix-Bände.

(WH)

 

1 Kommentar

  1. Simone Hofmann sagt:

    Abrafaxe. Ich bin hin und weg und seh plötzlich nur noch Sprechblasen vor mir. Ach ja: Zu DDR-Zeiten gab es doch auch noch die Digedags. Für alte Originalausgaben werden da heute kleine Vermögen aufgerufen – und auch bezahlt.

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