Bastelknirpse in Aktion – Wildbienen Zuchtset Teil 2

Zack! Da stand er nun bei uns im Garten: Der funkelnagelneue Nistblock für die Wildbienen. Und wenn es nach unseren Bastelknirpsen Naele und Liam gegangen wäre, dann hätten sie am liebsten direkt im Anschluss an das Aufstellen auch gleich weitergemacht und sofort die Kokons eingesetzt. Doch die wollten erst noch per Gutschein angefordert werden. Also ging es zunächst zum Familienkalender, um einen Wunschtermin für die Lieferung auszuwählen. „Ganz schnell“ hieß es da unisono von den beiden und so wurde online der nächstmögliche Termin angeklickt. Den Beitrag zum Wildbienen Zuchtset Teil 1 könnt ihr übrigens hier nachlesen.

Achtung, die Kokons kommen

Zum Glück musste das wissbegierige Duo nicht lange auf die Ankunft der „heißen Fracht“ warten. Binnen weniger Tage waren sie da und wurden637ab096 8c88 483c ba17 6ef2c1db705c natürlich auch direkt nach der Übergabe durch den Postboten ausgepackt und genauestens unter die Lupe genommen. Da es laut Beschreibung 50 Stück sein sollten, wurden die länglich-braunen Dinger als Erstes gezählt. 48, 49, 50 … es war tatsächlich kein Kokon zu viel und kein Kokon zu wenig. Und so konnte es direkt im Anschluss raus ins Freie gehen, um endlich die Brutebene des Nistblocks zu bestücken.

„Ob die morgen schon schlüpfen?“, wurden wir noch am selben Abend gefragt. Aber ganz so fix wie von Naele und Liam sehnlichst gewünscht, ging es dann doch nicht. Zu nasskalt war ausgerechnet jetzt die Witterung und laut Wetterbericht zunächst auch keine Besserung in Sicht. Immer wieder wurde auf die Wetterstation geschaut, um nachzusehen, wann mit den für das Schlüpfen nötigen Sonnenstrahlen zu rechnen sei. Nach Tagen der langen Gesichter – weil weiter nass und für die Jahreszeit zu kühl – war es dann doch endlich so weit: Die erste Wildbiene wurde gesichtet.

„Ist die wirklich in unserem Nistblock geschlüpft?“, wurde natürlich als Erstes gefragt. Um der Sache auf den Grund zu gehen, hieß es Beobachtungsposten beziehen, trotz Aufgeregtheit möglichst ruhig zu stehen und ganz genau hinzuschauen. Und tatsächlich: Das Brummerchen flog zum obersten Loch, krabbelte rein und kam kurze Zeit später wieder raus. Noch schöner: Es blieb nicht bei einer Wildbiene. In den nächsten Tagen wurden es immer mehr. Und bald war rund um den Block richtig was los. Das Wildbienen Zuchtset ist tatsächlich ein Erfolg!

Hochzeit der Wildbienen – direkt vor unserer Nase

3f030621 0a5c 4195 82d2 f3c8b2ebcaa9Es war nicht nur für unsere Bastelknirpse unglaublich spannend zu sehen, was sich da abspielte. Auch wir, die ganz nebenbei zu „Bienen-Eltern“ gewordenen Erwachsenen, hatten sichtlich Spaß am summseligen Treiben. Wie in der mitgelieferten Beschreibung nachzulesen, warteten die etwas früher geschlüpften Bienenmännchen tatsächlich meistens vor dem Nistblock auf weibliche Bienen, um sich mit ihnen zu verpaaren. Das sah übrigens manchmal ziemlich rabiat aus.

Interessant zu sehen war auch, dass sich wohl nur die Weibchen zum Ruhen und Schlafen in den Block zurückzogen, während sich die Männchen abends andere Schlafplätze suchten. Und nach relativ kurzer Zeit waren die Männchen dann auch ganz verschwunden. Kein Wunder: Ihre von der Natur vorgesehene Aufgabe war mit der Paarung erfüllt und es lag jetzt bei den Weibchen, für den Fortbestand der Art zu sorgen.

Naele und Liam hatten natürlich gehofft, dass die Wildbienen als Erstes die Beobachtungsschublade für das Anlegen von Brutzellen nutzen, denn alles, was sich in dieser so tut, lässt sich – wie der Name so schön sagt – wunderbar beobachten. Doch den Gefallen haben die fleißigen Brummer den beiden erst einige Zeit später getan. Zunächst spielte sich alles auf den darüber und darunter befindlichen Etagen des Nistblocks ab. Eben noch mit einem dicken Pollenpäckchen in einer der vielen Öffnungen verschwunden und kurz darauf wieder raus. Während manche Bienen zielstrebig „ihre Luke“ anflogen, hatte man bei anderen Bienenweibchen den Eindruck, dass sie sich nicht so recht zwischen den vielen Öffnungen entscheiden konnten und mal hier und mal da reinschauten, bevor sie dann – nach vier bis fünf Checks – endlich in einer Öffnung verschwanden.

Großartiges Schauspiel in der Beobachtungsschublade

Für ein Aha-Erlebnis sorgte der Tag, an dem die erste Mauerbiene einen der Gänge von außen zumauerte – ein Schauspiel, das sich in der Zeit danach noch mehrfach wiederholte. Das Zumauern der Öffnung mit einem Lehm-Speichel-Gemisch wird „Verdeckeln“ genannt. Jetzt ist der Gang für die Außenwelt verschlossen und die Brut kann sich mit dem darin befindlichen Pollen-Proviant in Ruhe entwickeln.

Und dann kam er doch noch: Der große Moment, in dem die Beobachtungsschublade nicht nur gecheckt, sondern wirklich belegt wurde. JetztBildschirmfoto 2021 09 30 um 11.42.08 min konnten wir tatsächlich zuschauen, was da im Inneren des Nistblocks wirklich passierte. Erst wurde in vielen Hin- und Herflügen hellgelber Pollen herangeschafft und zu einem Proviant-Depot zusammengefasst. War das geschafft, erfolgte die Eiablage und im Anschluss wurde die Zelle mit Lehm und allerlei anderem Baumaterial verschlossen. Kaum war diese Arbeit erledigt, ging das Ganze mit dem Bau der nächsten Brutzelle wieder von vorne los.

Zeit zum Trödeln hat die weibliche Mauerbiene auch nicht, denn ihr Leben dauert nur wenige Wochen. Entsprechend ruhig wurde es dann auch bald rund um den Block. Und so konzentrierten sich Naele, Liam und natürlich auch wir Großen auf das, was sich im Lauf der Zeit im Inneren der Beobachtungsschublade tat. Wir konnten beobachten, wie sich aus den kleinen Eiern nach und nach Maden entwickelten. Die waren zuerst ziemlich dünn, legten aber rasant zu und füllten schon nach kurzer Zeit ihre Brutzellen fast vollständig aus. Die recht korpulenten Larven fingen an, sich einzuspinnen – ah, so entstehen also die Kokons. Von außen sah alles ruhig aus, aber im Inneren des Kokons ging die Post ab, denn darin erfolgte die Verpuppung. Puh, das Verpuppen war bestimmt anstrengend, aber danach gibt es für die Tierchen erstmal nichts mehr zu tun. Jetzt ist Chillen angesagt und zwar bis Ende März, dann beginnt der ganze Kreislauf wieder von Neuem.

Fazit zum Wildbienen Zuchtset

Für Liam und Naele, war es mächtig interessant und lehrreich, den Lebenszyklus der Wildbienen mit dem Wildbienen Zuchtset so hautnah erleben zu dürfen. Und die beiden sind jetzt schon auf den Oktober gespannt. Warum? Dann wollen wir den Nistblock öffnen, alle darin befindlichen Kokons herausnehmen und sie in ein sicheres Winterlager bringen. Selbstverständlich werden wir euch auch davon berichten. Seid also gespannt, wie es weitergeht.

(WH)

2 Kommentare

  1. Antje Bergfeld sagt:

    Wow, die Fotos sind ja erstklassig. Hatten die Kinder keine Angst vor den Bienen? Ich würde das gerne auch mal mit meinen Kindern (6 und 8) ausprobieren. Geht das oder sollte ich lieber noch warten, bis sie älter sind?

    1. Diana sagt:

      Hallo liebe Antje, keine Sorge, Wildbienen sind nicht aggressiv und stechen nicht. Da sie keine Königin und auch keinen Honig beschützen müssen, sind sie tiefenentspannt und fliegen friedlich um neugierige Beobachter herum. Also ist das Projekt auch perfekt für jüngere Kinder. Und eine Menge zum Gucken, Fragen und Lernen gibt es dabei für jede Altersklasse, da staunen Kleine wie Große.

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