Unser 20. Türchen im ALS-Adventskalender

Du hast das 20. Türchen geöffnet!
Und dahinter wird herrlich gekocht. Schnupper, schnupper …. das riecht wunderbar!

Oh, du Genussfreudige …

Das Weihnachtsfest ist allüberall mit leckeren Gaumenfreuden verbunden. Familienmitglieder und Freunde kommen zum Feiern zusammen. Und zu einem richtigen Fest gehört eben auch etwas Feines auf die Teller.

Während in manchen Haushalten Würstchen mit Kartoffelsalat das Weihnachtsmenue der Wahl ist, gibt es in anderen die traditionelle Weihnachtsgans, Truthahn oder einen Braten. Käseliebhaber greifen beherzt zu Fonduegabeln oder Raclette-Schälchen. Klar, was aufgetischt wird, ist Geschmackssache, aber gibt es auch regionale Tendenzen?

Wir haben uns in unserem Umfeld einmal umgehört und Spannendes herausbekommen:

Weihnachten bei den Schwaben – wo die Spätzle wachsen

Diana: Die schwäbischen Weihnachtsspätzle meiner Eltern sind immer ein echtes Highlight, weil sie handgeschabt sind und so wunderbar zu einem Rehbraten passen.

Zutaten

400 g Mehl
4 Eier
etwas Salz
Mineralwasser
1 Bund Schnittlauch

So geht’s

  1. Mehl in eine Schüssel sieben. Eier, etwas Salz zufügen und alles gut verrühren. Dann so viel Mineralwasser unter Rühren zugeben, bis ein zähflüssiger, glatter Teig entsteht.
  2. Den klein geschnittenen Schnittlauch einarbeiten und den Teig mit einem Kochlöffel so lange schlagen, bis erExtra Bild für Türchen 20 Blasen wirft (das gibt Muckis). Wer Multitasking kann, bringt in der Zwischenzeit einen Topf mit Salzwasser zum Kochen.
  3. Und jetzt kommt die echt schwäbische Handarbeit! Den Spätzleteig auf ein feuchtes Holzbrettchen geben und mit einem feuchten Messer viele kleine längliche Teigstücke ins kochende Wasser schaben. Wer nicht schaben möchte, nutzt eine Spätzlepresse (obwohl handgeschabte Spätzle einfach das Größte sind).
  4. Zunächst gehen die Spätzle im Wasser unter. Die, die an der Oberfläche auftauchen, signalisieren, dass sie gar sind. Also, schnell mit einem Schaumlöffel herausheben und abtropfen lassen. Dann kann das Schnabulieren auch schon beginnen.

Dann kann das Schnabulieren auch schon beginnen.

Schneeweiße Weihnachts-Klöße aus ThüringenExtra Bild für Türchen 20 2

Mel: Bei uns in Thüringen wird an Heiligabend auch immer geschlemmt. Herausragend sind – so finde ich – die Thüringer Klöße, die sich zusammen mit Rotkohl perfekt zur Gans gesellen. „Das gibt es ja überall“, werden jetzt einige sagen, aber das Besondere an dieser Kombi sind die selbst gemachten Thüringer Klöße.

Vorarbeit: Schälen, schneiden, reiben

Bei uns läuft das so ab: Einen Tag vor dem Fest wird ein Riesenberg Kartoffeln geschält und gewaschen. Ein Drittel davon wird dann auf einem scharfen Reibeisen in kaltes Wasser gerieben (wer hier nicht auf seine Fingerspitzen achtet, ist selbst Schuld). Diese Masse bleibt dann mitsamt dem Wasser über Nacht im Keller stehen. Am nächsten Tag wird das Wasser vorsichtig abgegossen und so oft erneuert, bis es ganz klar ist.

Dann werden die Kartoffelreste, die beim Reiben übrig bleiben, und der Rest der geschälten Kartoffeln in Würfel geschnitten, gekocht und nach dem Kochen unter Zugabe von warmer Milch mit dem Kartoffelstampfer gestampft, bis ein dicker Kartoffelbrei entsteht.

Jetzt wird’s turbulent: Pressen und SchleudernExtra Bild für Türchen 20 1

Die Masse mit den geriebenen Kartoffeln wird in kleine Leinen-Säckchen gepackt und ausgepresst, bis kein Wasser mehr in der Masse ist. Früher hatte meine Mama hat da einen ganz besonderen Trick: Sie packte die gut verschnürten Säckchen in unsere Wäscheschleuder (siehe Bild) und schleuderte sie so lange, bis aus der Schleuder kein Wasser mehr kam.

Als Kind durfte ich mich bei dieser Aktion immer auf die Wäscheschleuder setzen, damit sie nicht weghopste. Das war ein Riesenspaß! Heute macht sie das mit einer Kartoffelpresse.

Wenn auch das letzte Tröpfchen Wasser herausgepresst wurde, Masse schnell auflockern, Salz und den Kartoffelbrei hinzufügen und alles schnell miteinander verkneten.

Und nun geht’s rund – das Klöße-Finale

Für die Kloßfüllung Semmeln in kleine Würfel schneiden und in der Pfanne rösten. Ein paar dieser Würfel wandern beim Klößekneten in die Mitte eines jeden Kloßes und in den Mund der Kinder. Nach dem Befüllen die Klöße schön rund drehen und sofort in kochendes Wasser legen.
Die Klöße 15 Minuten auf kleiner Flamme ziehen, aber nicht kochen lassen.

Noch ein Geheimtipp für schneeweiße Klöße: Die Reihenfolge genau einhalten und das Klößedrehen muss schnell gehen, dann bleiben sie schneeweiß. Wer zu langsam dreht, kriegt grüne Klöße. 😊

Und wie ist das bei dir? Kennst du auch ein regionales Festtagsessen-Highlight zu Weihnachten, von dem du uns berichten kannst? Wir freuen uns darauf.

Viel Spaß mit unserem 20. Türchen!

Hier findest du alle Türchen noch einmal …

1 Kommentar

  1. Anna Kling sagt:

    Ich mag die Wibele der Nachbarin so gerne. Die macht sie zu Weihnachten in rauen Mengen, sodass für viele Naschkatzen was zum Probieren abfällt.
    Wibele werden aus einer Art Bisquit-Teig hergestellt – immer zwei Kleckse nebeneinander auf ein Blech mit einem Spritzbeutel gedrückt; sieht dann aus, wie eine Acht. Obwohl es ein schwäbisches Rezept ist, also von der hiesigen Gegend, kannte ich es vorher nicht.
    Sehen lustig aus, die Dingerchen und schmecken ab dem Fünften umso mehr ;-))

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